Teilnehmer gesucht: Ernährungs-Studie „CoVit“ zu Covid-19

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Gorodenkoff, Adobe Stock
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Eine Studie “CoVit”, in der die Ernährung von Covid-19-Infizierten optimiert wird, soll herausfinden, inwiefern eine gesündere Ernährung zu einer Linderung der Symptome und schnellerem Abklingen führen kann. 

Was wird genau untersucht?

Das Universitätsklinikum Schleswig Holstein beginnt ab sofort mit einer Studie zur Wirksamkeit einer molekularen Ernährungsintervention. Sie wird geleitet von Prof. Dr. Stefan Schreiber, Direktor der Klinik für Innere Medizin I, Campus Kiel. Er arbeitet mit Prof. Dr. Matthias Laudes, Leiter Ernährungsmedizin, Prof. Dr. Wolfgang Lieb, Direktor des Instituts für Epidemiologie und dem Kompetenznetz Darmerkrankung e.V. zusammen. 

Teilnehmen können Patienten, die vor Kurzem eine diagnostizierte Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 und einen leichten bis mittleren Krankheitsverlauf haben. Ziel ist es, die Zahl der schweren Verläufe der Krankheit zu verringern und leichte und mittlere Erkrankungen zu stabilisieren. Die Gesamtanzahl der Studienteilnehmer soll bei ca. 1.300 Personen liegen. 

Was hat die Ernährung mit Covid-19 zu tun?

Die Forscher vermuten, dass Mangelernährung einen schweren Verlauf von Covid-19 begünstigt. Prof. Dr. Schreiber konnte bereits in einer früheren Studie nachweisen, dass insbesondere der Mangel an einer Aminosäure das Immunsystem negativ beeinflusst. „Der Körper baut […] bei chronischen Entzündungen die essentielle Aminosäure Tryptophan ab und wandelt sie in Stoffwechselprodukte um, die selbst entzündungsfördernd sind. Ebenso wird Deckzellen der Lunge und des Darms lebenswichtige Energie entzogen“, sagt Prof. Schreiber. 

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Diese Reaktionen zeigten sowohl Patienten mit SARS, MERS oder auch Influenza. Daher erscheint eine Überprüfung bei Covid-19 ebenfalls sinnvoll. 

In Tierversuchen zeigte sich bereits eine reparierende Wirkung für die Immunfunktion. 

Was nehmen die Patienten ein?

Die Patienten der Studie CoVit werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhält eine Nahrungsergänzung mit 1.000 mg Vitamin B3, auch Niacin genannt. Niacin kann mit der Nahrung aufgenommen werden oder aus der Aminosäure Tryptophan (eine Vorstufe des Glückshormons Serotonin) gebildet werden. Es ist wichtig für den Energiestoffwechsel, den Zellschutz, den Blutzuckerspiegel und ein gesundes Immunsystem. 

Die andere Gruppe erhält Kieselerde. Kieselerde enthält Silizium, das unsere Gewebe, wie Bindegewebe, Knorpel etc. elastisch macht. 

Hinweis: Hier wird wieder einmal deutlich, wie wichtig ein gesundes Immunsystem ist. Dieses beginnt mit einer gesunden Ernährung, aber auch mit einem gesunden Darm, der die Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente auch aufnehmen kann. Stärken Sie Ihre Darmwandbarriere, um gesund zu bleiben!

Selbstverständlich wurde diese Studie von der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Christian Albrechts-Universität zu Kiel genehmigt. 

https://www.covid19trial.de

Biesalski, Hans Konrad et al. (2017): Taschenatlas Ernährung; Stuttgart