Immunsystem stärken und gesund bleiben!

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Immunsystem
Adobe Stock, drubig-photo
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Eine Schürfwunde beim Fußball…

der hustende und schniefende Sitznachbar in der Straßenbahn, aufgewirbelter Staub beim Saubermachen der Wohnung, ein leckeres Mittagessen. 

In all diesen alltäglichen Situationen ist unser Immunsystem in Aktion. Sogar bei einem harmlosen Essen. Aber: Was passiert da eigentlich? Und was passiert, wenn das Immunsystem nicht mehr alles im Griff hat? Kann man das Immunsystem irgendwie stärken? Alles der Reihe nach!

Unser Immunsystem

Das Wort „Immunsystem“ lässt vermuten, dass die Vorgänge, mit denen unser Körper geschützt werden soll, systematisch ablaufen. Und genau so ist es auch! 

Es gibt je nach Angreifer oder Eindringling bestimmte Abläufe und spezialisierte Körperzellen, mithilfe derer sie für gewöhnlich abgewehrt werden können. Da gibt es z. B. weiße Blutkörperchen, Killerzellen, T-Zellen, Antikörper und noch viele mehr. Für das menschliche Auge werden diese Reaktionen dann als eitrige Flüssigkeit sichtbar. Besonders viele dieser Zellen befinden sich auf der Haut und den Schleimhäuten. Weil der Darm durch seine vielen Fältchen und Ausstülpungen eine riesige Oberfläche hat, befindet sich hier auch der größte Teil des Immunsystems.

(Anm. d. Redaktion: Die Angaben sind inzwischen sehr unterschiedlich. Es finden sich Werte, die bei 400 Quadratmetern liegen – entspricht etwas mehr als einem Tennisfeld – und etwas über 30 Quadratmetern – ein ziemlich großes Wohnzimmer.)

Damit diese Immunreaktionen überhaupt stattfinden können und die Zellen, die an Immunreaktionen beteiligt sind, auch an den Ort des Geschehens gelangen, gibt es Botenstoffe, die den Zellen sozusagen „Bescheid sagen“. Eines dieser Botenstoffe ist das Histamin. 

Was passiert, wenn das Immunsystem versagt oder überreagiert?

Häufig schafft es unsere körpereigene Abwehr, Bakterien und Viren in Schach zu halten und deren Ausbreitung zu verhindern. Wenn sie deren Ausbreitung aber nicht mehr im Griff hat, wird es gefährlich und nicht selten lebensbedrohlich. Heute greifen Mediziner in solchen Lagen häufig zu Antibiotika, die die Bakterien abtöten. Weil Antibiotika aber nicht nur die krankmachenden Bakterien abtöten, sondern auch Bakterien, die für unsere Gesundheit wichtig sind, sollte immer abgewägt werden. 

In diesen Zeiten passiert es aber auch immer häufiger, dass unser Immunsystem überreagiert. Dann lösen eigentlich harmlose Stoffe, wie Pollen, Gluten oder Staubpartikel eine heftige Reaktion aus. Dies nehmen wir in der Folge als Allergien wahr. 

Manchmal werden sogar körpereigene Zellen angegriffen – es entwickelt sich eine Autoimmunkrankheit, wie z. B. multiple Sklerose, Morbus Crohn, Arthritis oder Hashimoto Thyreoiditis. 

Auslöser für Autoimmunerkrankungen

Die Auslöser vom Allergien und Autoimmunerkrankungen werden nach und nach entlarvt. Meist sind sie eine Kombination aus mehreren Ursachen. 

Bereits Ende der 1990er-Jahre fand der Düsseldorfer Wissenschaftler Ernst Gleichmann einen Zusammenhang zwischen Schwermetallen und veränderten Immunreaktionen heraus. In seinen Versuchen zeigte sich, dass sich ohne die Zugabe von Schwermetallen die körpereigene Abwehr richtig verhielt und die Eindringlinge angriff.  Bei einer Zugabe z. B. von Quecksilber reagierten die Abwehrzellen verstört und griffen zum Teil an falschen Stellen an. 

Forscher der New York School of Medicine stellten bei Arthritis-Patienten fest, dass deren Darmflora anders zusammengesetzt war als die von gesunden Probanden. Die Darmflora ist die Gesamtheit der Bakterien im Darm. Dies wurde in anderen Studien bestätigt. 

Andere Forscher vermuten überdies, dass die Darmwand einerseits durch eine unausgeglichene Besiedelung von Bakterien geschädigt wird. Andererseits belasten Schwermetalle, Weichmacher und Zusatzstoffe wie Aromen, Konservierungsstoffe etc. aus der Nahrung unseren Darm. Dadurch kann er durchlässig werden und größere Teilchen, die sonst nicht in die Blutbahn gelangen würden, passen plötzlich hindurch. Die körpereigene Abwehr versucht dann diese Teilchen wieder einzufangen und aus dem Körper zu bringen. Zu Beginn kann dies noch gelingen, mit der Zeit aber ist das Immunsystem erschöpft. 

Wie kann man das Immunsystem stärken?

Glücklicherweise kann man dies sogar ganz einfach tun! 

Desinfektionsmittel sollten im normalen Hausgebrauch Tabu sein. Sie schwächen unser Immunsystem, weil es auf diese Art lange Zeit nur wenige Bakterien „kennen lernt“ und dabei verlernt, wie es richtig auf sie reagieren kann. Durch Desinfektionsmittel werden außerdem auch eine Menge gute Bakterien abgetötet und zusätzlich resistente Keime herangezüchtet.

Ernähren Sie sich gesund: Mindestens 5mal am Tag Gemüse und Obst. Sie enthalten außer Vitaminen und Mineralstoffen noch viele gesunde weitere Pflanzenstoffe. 

Entlasten Sie Ihren Darm: Essen Sie möglichst wenige verarbeitete Lebensmittel. Diese enthalten häufig ungesunde Zusatzstoffe, die negative Auswirkungen auf den Darm haben. 

Wenn Sie mal krank sind, lassen Sie das Fieber zu. Es ist eine wichtige Unterstützungsfunktion, die Erreger abtötet. Ab 40 °C sollten Sie dennoch einen Arzt befragen. Antibiotika nehmen Sie am besten nur, wenn es wirklich unausweichlich ist.

Weil im Darm der größte Teil des Immunsystems zu finden ist, sollte man seinen Darm pflegen und versuchen, ihn weitestgehend zu entlasten. Dazu zählt: Wenig Alkohol, keine Zusatzstoffe im Essen, kein Nikotin und wie bei vielen Erkrankungen: kein Stress!

Hier stellen wir Ihnen eine Alternative zur Grippeimpfung vor.

Die zusätzliche Einnahme von Probiotika kann dem Darm helfen, muss sie aber nicht. Klicken Sie hier für weitere Infos dazu.

Quellen:

http://fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/60940/?COMMAND=DisplayForschungsvorhaben&FIS=203&OBJECT=60940&MODE=METADATA

http://emboj.embopress.org/content/early/2015/01/18/embj.201489966