Was man bei Antioxidanzien beachten sollte!

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Antioxidanzien
Ingo Bartussek, Adobe Stock
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Viele Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln…

preisen sie uneingeschränkt an: Antioxidanzien. Sie haben den Ruf, gesundheitsförderlich zu sein, weil sie Freie Radikale eliminieren, die angeblich per se böse sind. Doch ganz so einfach ist der Sachverhalt nicht.

Was sind Antioxidanzien?

Antioxidative Stoffe sind Stoffe, die freie Radikale ausgleichen können. Sie geben ein Elektron an die unausgeglichenen Freien Radikale ab. Diese werden dadurch neutral und können keinen Schaden mehr anrichten. Dadurch werden Zellschädigungen und Alterungsprozesse vermieden, bzw. verlangsamt. Im Großen und Ganzen sind Antioxidanzien also Helfer unseres Immunsystems. 

Zu den Antioxidanzien gehören Zink, Vitamin C, E und B2. Häufig wird Selen als Antioxidanz bezeichnet, ist es aber nicht. Es wirkt nur antioxdativ. 

Wichtige Antioxidanzien sind sekundäre Pflanzenstoffe, wie Polyphenole. Leider ist bisher nicht ausreichend erforscht, wie hoch der Tagesbedarf an ihnen ist. Dennoch ist die Empfehlung „5 am Tag“ der DGE vermutlich nach wie vor sinnvoll.

Welche Grenzen haben Antioxidanzien?

Sie sind nicht nur positiv zu sehen. 

Im Falle einer Krebserkrankung zieht der Tumor die Antioxidanzien nämlich in großem Stil an sich heran. Er manipuliert sie. Dadurch erreicht er, dass die Freien Radikale, die Zellen abtöten können, nicht zu nah an ihn heran kommen und ihn schädigen. 

Bei einer Überdosierung, die mit Nahrungsergänzungsmitteln leider schnell erreicht wird, werden die freien Radikale in großer Anzahl neutralisiert. Was zunächst sehr positiv klingt, kann aber auch ins Gegenteil verkehren: Bakterien und kranke Zellen werden nicht mehr durch freie Radikale abgetötet und können sich ggf. vermehren. 

Schlussfolgerung

Antioxidanzien sind in gewisser Menge zweifelsohne gesund. Aber freie Radikale eben auch! Durch eine gesunde Ernährung nimmt man eine ausreichende Menge gesunder Stoffe auf, die dem Darm gut tun und damit auch dem Immunsystem. Normalerweise braucht es also keine zusätzliche Aufnahme. 

Tägliche Bedarfsmengen…

… für einen gesunden Erwachsenen oben genannter Antioxidanzien. Die Nahrungsmittel sind nur auszugsweise vermerkt.

  • Vitamin C: 100 mg (z. B. enthalten in 130 g Blumenkohl oder 70 g Paprikaschote)
  • Vitamin E: 12 – 15 mg (z. B. enthalten in 5 ml Weizenkeimöl oder 50 g Haselnüsse)
  • Vitamin B2: 1,2 – 1,5 mg z. B. enthalten in 50 g Rinderleber, 4 Eiern, aber auch in Vollkorn- und Milchprodukten)
  • Zink: 7 – 10 mg (z. B. enthalten in 30 g Roggen- oder 50 g Weizenkeimen oder 200g Fleisch)
  • Selen: 30 – 70 µg (z. B. enthalten in 200 g Fisch oder 4 Eiern oder 350 g Fleisch)
  • Polyphenole: 5 am Tag (enthalten in Gemüse, Obst, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten)

Quellen:

https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/sekundaere-pflanzenstoffe-und-ihre-wirkung/

https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/5-am-tag/

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/antioxidantien-helfer-gegen-freie-radikale-10575

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2016/daz-2-2016/mit-antioxidanzien-gegen-freie-radikale

Biesalski, Hans Konrad et al. (2017): Taschenatlas Ernährung; Stuttgart