Was sind Freie Radikale?

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Freie Radikale
Sebastian Kaulitzki, Adobe Stock
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Der Begriff „Freie Radikale“…

klingt beim ersten Hören erst einmal nach Menschen, die besonders angriffslustig sind. Menschen sind sie aber keineswegs, ob man sie angriffslustig nennen sollte, darf diskutiert werden. Bisher hat sie jedenfalls noch niemand gesehen. Die Annahme ihrer Existenz entspringt bisher der sogenannten Freie-Radikale-Theorie.

Die Theorie der freien Radikale

Dass es bisher nur die Theorie der Freien Radikale gibt, macht sie allerdings nicht weniger bedeutend. Es gibt viele Theorien, mit denen man so arbeitet, als seien sie bereits bewiesen – wie die Evolutionstheorie von Darwin oder Einsteins Relativitätstheorie.

In dieser Theorie nimmt man an, dass bei den Stoffwechselvorgängen in den Zellen Freie Radikale entstehen. Diese bestehen aus Molekülen, die Sauerstoff enthalten, wie z. B. Wasserstoffperoxid (z. B. in Blondierungen) oder Superoxid. Sie sind nicht neutral geladen, sondern unausgeglichen. Dies ist der Grund, weshalb sie als sehr reaktionsfreudig gelten: Sie suchen andere Moleküle, denen sie ein Elektron wegnehmen können, um ausgeglichen zu werden. Dadurch aber ist das andere nicht mehr neutral. Es kann eine Kettenreaktion folgen.

Antioxidanzien sind Stoffe, die ein Elektron zu viel haben und dieses an Freie Radikale abgeben können. Sie beenden die Kettenreaktion.

Freie Radikale, die auf der Suche nach Elektronen sind, können auf ihrem Weg Zellwände schädigen. Außerdem können sie Fette, Eiweiße und auch die DNA in der Zelle verändern. Werden diese Veränderungen nicht korrigiert, mutiert oder stirbt die Zelle.

Wichtiger Hinweis: In gesunden Zellen sehen wir Freie Radikale als Gefahr an, weil sie sie töten oder gefährlich verändern können. In Krebszellen hingegen sind sie ein Segen, denn Krebszellen können sie ebenfalls absterben lassen. Außerdem nutzt unsere körpereigene Immunabwehr die Freien Radikale, indem sie mit ihrer Hilfe Bakterien zerstören. 

Wie entstehen freie Radikale?

Sie entstehen in jeder Zelle bei der Energiegewinnung. Es ist ein eigentlich völlig natürlicher Vorgang. 

Hochleistungssportler produzieren mehr Energie als Menschen, die weniger Sport treiben. Dadurch haben sie auch eine erhöhte Bildung von Freien Radikalen. 

Auch bei Entzündungen werden vermehrt Freie Radikale produziert.

Als Einflussfaktoren von außen gelten: Tabakrauch, Umweltgifte (wie Benzol, Schwermetalle etc.), UV-Licht, radioaktive und Röntgen-Strahlung und Ozon.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2016/daz-2-2016/mit-antioxidanzien-gegen-freie-radikale

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/freie-radikale/25601

Pschyrembel (2017): Klinisches Wörterbuch, 267. Auflage; Berlin/Boston

Ivkovic, Slavko und Müller-Schubert, Antje (2004): Oxidativer Stress – Risikofaktor Nr. 1 für Ihre Gesundheit