Ein Beitrag zum Weltkrebstag 2019.
Anfang 2019 ging ein Aufschrei durch die deutschen Medien: Der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn hatte in einem Interview mit der Rheinischen Post gesagt: „Es gibt gute Chancen, dass wir in zehn bis zwanzig Jahren den Krebs besiegt haben.“ Einige reagierten empört, etwa Eugen Brysch, der dem Minister vorwarf, nur auf eine Schlagzeile aus zu sein. Die Zahl der Neuerkrankungen habe sich seit den 1970er-Jahren fast verdoppelt.
Was stimmt denn nun?
Laut Robert-Koch-Institut hat sich die Zahl der Krebserkrankungen seit 1970 verdoppelt, auf heute knapp 500.000. (Die Zahlen von 1970 liegen als Schätzdaten vor.)
Gründe dafür sind unter anderem eine deutlich effizientere Vorsorge-Diagnostik und das Älterwerden der Bevölkerung, womit auch die Wahrscheinlichkeit steigt, an Krebs zu erkranken.
Die Zahl der Todesfälle durch Krebs ist in absoluten Zahlen dagegen gleich geblieben (ca. 220.000 Sterbefälle). Im Verhältnis gesehen sind die Aussichten, mit einer Krebsdiagnose noch lange zu leben, also heute besser denn je!
Gibt es Neues aus der Krebsforschung?
Ja! Immer wieder werden Studien veröffentlicht, die geradezu Unglaubliches zeigen. Am 14. Januar 2019 konnte man lesen, dass es Forschern gelang, Krebszellen in Fettzellen umzuprogrammieren und so eine Metastasierung zu verhindern. Im Jahr davor entdeckten Wissenschaftler bei Elefanten ein Gen, das veränderte Zellen absterben lässt, bevor Krebs entstehen kann.
Es gibt viele neue Erkenntnisse, aus denen in Zukunft neue Medikamente, Behandlungsmethoden oder Vorsorgekonzepte entstehen können. Der Gesundheitsminister hatte möglicherweise diese Fortschritte im Hinterkopf.
Kann man sich vor Krebs schützen?
Man kann das Risiko verringern, an Krebs zu erkranken. Vorbeugen ist hier die aussichtsreichste Möglichkeit. Eine Garantie, zu 100 % geschützt zu sein, ist das aber leider nicht.
- Tabak- und Alkoholkonsum erhöhen die Wahrscheinlichkeit, außerdem gilt Übergewicht als Krebsrisiko.
- Verschiedene Studien (siehe unten) zeigen, dass selbst zubereitetes Essen und möglichst wenig Fertigprodukte das Risiko deutlich senken.
- Menschen, die sich wenig bewegen, erkranken häufiger an Krebs.
- Wer viel Gemüse und Obst isst, senkt wiederum sein Risiko.
Schutz vor Gebärmutterhalskrebs durch das HP-Virus
Vom sogenannten Humanen Papillomvirus (HPV) sind inzwischen ca. 200 Typen bekannt, von denen zwölf als Hochrisikotypen gelten. Allen voran gelten HPV 16 und HPV 18 als krebserregend und unter anderem als verantwortlich für Gebärmutterhalskrebs.
Vor einer Ansteckung können Kondome schützen. Seit einigen Jahren gibt es außerdem Impfungen gegen genau diese Virustypen, die vor einer Krebserkrankung schützen sollen. Seit 2018 wird diese Impfung nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen empfohlen.
Quellen: