Man liest und hört häufig, dass Lachen die beste Medizin ist. Es gibt aber noch viele andere Zitate, die mehr sind als bloße Sprichwörter:
- „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“ (Charlie Chaplin)
- „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.“ (Joachim Ringelnatz)
- „Wer lachen kann, dort wo er hätte heulen können, bekommt wieder Lust zum Leben.“ (Werner Finck)
- „Lachen ist eine körperliche Übung von großem Wert für die Gesundheit.“ (Aristoteles)
Anlässlich des Rosenmontags und des vielen Lachens in der närrischen Zeit kam die Frage auf: Was steckt hinter diesen Aussagen?
Spannende Erkenntnisse über das Lachen
Schon im Alter von einem Monat lächeln Säuglinge, wenn sie satt sind, schlafen oder etwas sehen, das sie interessiert. Etwas später kommt ein breiteres Lächeln hinzu, wenn sie selbst angelächelt werden: das soziale Lächeln. Es dient der Kommunikation. Danach folgt das hörbare Kichern, wenn das Baby zum Beispiel gekitzelt wird. Was uns Erwachsene aufrütteln sollte: Kinder lachen am Tag 25-mal so häufig wie Erwachsene.
Wenn man sich ansieht, wie viele Muskeln beim Lachen beteiligt sind, kann man nur staunen. Natürlich die Muskeln im Gesicht, rund um Augen und Mund. Aber auch Zwerchfell, Hals-, Rippen- und Bauchmuskeln spannen sich rhythmisch an. Insgesamt sollen es über 80 Muskeln sein! Wenn man dann noch vor Lachen vom Stuhl fällt, sind vermutlich noch mehr Muskeln beteiligt und vielleicht auch Knochen. (Dieser kleine Scherz sei mir an dieser Stelle hoffentlich erlaubt!)
Auch interessant: Zwischen einem echten und einem aufgesetzten Lächeln können wir recht sicher unterscheiden. Oft dauert es nur einen Moment, bis wir wissen: Das ist echt oder unecht!
Was passiert beim Lachen im Körper?
Durch die veränderte Atmung gelangt mehr Sauerstoff in die Lunge und damit auch ins Gehirn. Wir können besser denken.
Wenn wir lachen, schüttet der Körper Endorphine und Wachstumshormone aus. Endorphine sind auch als Glückshormone bekannt und verringern depressive Verstimmungen. Wachstumshormone wirken regulierend auf das Immunsystem. Das ist in der Grippe- und Erkältungszeit natürlich besonders interessant! Gleichzeitig sinken Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin. Mehr zum Thema liest du im Artikel Stress: Lassen Sie sich nicht erschlagen!.
Komik macht sogar „high“! Wissenschaftler der Universität Stanford fanden heraus, dass Humor das Belohnungszentrum im Gehirn anregt und ein Gefühl auslöst, das einem Rausch ähnelt.
Auch Humor und Resilienz hängen eng zusammen. Resilienz ist die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen. Resiliente Menschen sehen auch in Rückschlägen Chancen und können ihnen etwas Positives abgewinnen.
Was bedeutet das für deinen Alltag?
Aus all diesen Gründen ist es absolut sinnvoll, sich eher eine Komödie anzusehen als das nächste Drama oder den nächsten Weltuntergang.
Eine schöne Konsequenz daraus sind „Klinikclowns“. Es gibt sie in vielen Ländern, auch in Deutschland besuchen sie seit Jahren Kinderstationen, Pflegeheime und Krankenhäuser. Sie sollten aber noch viel selbstverständlicher werden. Klinikclowns sollen die Stimmung der Patienten aufhellen und sie so von ihrem Leid ablenken. Auch Schmerzen können so ohne Medikamente gelindert werden. Zumindest für eine gewisse Zeit Spaß zu haben, kann also wahre Wunder wirken.
Und wenn es gerade nichts zu lachen gibt: Laut Vera F. Birkenbihl unterscheidet unser Körper nicht, ob das eigene Lächeln echt ist oder nicht. Es laufen dieselben positiven Prozesse ab, er braucht dafür nur etwas mehr Zeit. Deshalb empfahl die Psychologin und Motivationstrainerin in ihren Seminaren, in ruhigen Minuten (zum Beispiel im Auto oder am Computer) einfach zu lächeln. Auch wenn es sich zunächst künstlich und seltsam anfühlt, entspannt man sich. Wie du deine Selbstheilungskräfte noch unterstützen kannst, zeigt das Webinar Selbstheilungskräfte aktivieren.
Wissenschaftliche Studien zum Lachen
Leider gibt es noch nicht viele große Studien dazu, wie sich Lachen auf den Körper auswirkt. Früher hat man sich mehr darauf konzentriert, welche Folgen negative Gefühle haben. Mit dem Blick auf vorbeugende Medizin wächst das Interesse aber. Eine Übersicht über bisherige Studien zum positiven Effekt von Lachen auf Immunsystem, Allergie, Diabetes, Rheuma, Schmerzen und Herz-Kreislauf findest du beim Lachverband. Lesenswert ist auch das Buch von Barbara Wild (siehe unten).
Zum Abschluss ein kleiner Witz
Auf einer Landstraße gehen zwei Zahnstocher nebeneinander her. Da werden sie von einem Igel überholt. Der eine Zahnstocher ist völlig erstaunt und sagt zum anderen: „Ich wusste ja gar nicht, dass hier ein Bus fährt!“
Quellen:
- Lachverband: Wissenschaft
- 3sat nano
- Vera F. Birkenbihl
- psychosoziale-gesundheit.net: Lachen
- American Physiological Society (Archiv)
- Planet Wissen: Warum wir lachen
- Wild, Barbara (2016): Humor in Psychiatrie und Psychotherapie: Neurobiologie, Methoden, Praxis; Schattauer Verlag
- Berk, Laura E. (2011): Entwicklungspsychologie; Hallbergmoos