Immunsystem & Allergien

Corona-Impfung erst im Herbst 2021? Die Prognosen von 2020

Annette Karmann ·

aktualisiert am 6. November 2026

Corona-Impfung, Impfstoff-Fläschchen im Labor

Hinweis: Dieser Artikel stammt vom 17. Oktober 2020 und gibt den damaligen Wissensstand zum Coronavirus wieder. Der erste Corona-Impfstoff wurde in der EU am 21. Dezember 2020 zugelassen, also deutlich früher, als die befragten Experten damals erwarteten. Aktuelle Informationen findest du beim Robert Koch-Institut.

Für einige scheint sie die Lösung allen Übels zu sein: die Corona-Impfung. Manche würden sie am liebsten direkt testen, andere erst, wenn sie sicher ist, wieder andere am liebsten gar nicht. So mancher Minister möchte eine Impfpflicht einführen, andere „nur“ einen Immunitätsausweis. In Russland soll es schon einen Impfstoff geben. Kritik gibt es von allen Seiten. Warum also vermuten die Experten, dass es erst Ende 2021 im Rest der Welt einen Impfstoff geben wird?

Stand der Corona-Impfung Mitte Oktober 2020

Seit Anfang des Jahres wird gerätselt, wann welches Pharmaunternehmen es in einem Kopf-an-Kopf-Rennen als erstes schafft, einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 zu entwickeln. Russland hat bereits den Impfstoff Sputnik V, den 400 Hochrisikopatienten erhalten haben. Die Informationen, die Russland bisher herausgegeben hat, etwa zu Zusammensetzung oder Testergebnissen, halten westliche Wissenschaftler allerdings teilweise für Fälschungen. Durch die anfängliche Geheimniskrämerei entstanden natürlich viele Gerüchte und Vermutungen. So fehlte z. B. die wichtige Phase-III-Studie zu Wirksamkeit und Sicherheit. Am 14.10.2020 ließ Putin verlauten, dass es bereits einen zweiten Impfstoff gebe, „EpiVacCorona“, der in Nowosibirsk entwickelt wurde. Ein dritter werde gerade getestet.

Wie die WHO bekannt gibt, sind weltweit derzeit 203 Impfstoffprojekte in Entwicklung.

Warum erwarten die Experten den Impfstoff frühestens im Herbst 2021?

Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffs zwischen 8 und 17 Jahren.

Die Impfstoffhersteller sind deutlich optimistischer und hatten im Frühjahr teilweise sogar vermutet, dass es noch in diesem Jahr einen Impfstoff geben wird. Eine Umfrage unter Wissenschaftlern wurde in der vergangenen Woche im Journal of General Internal Medicine veröffentlicht. Die Forscher befragten Akademiker mit durchschnittlich mindestens 25 Jahren Erfahrung in der Impfstoffforschung.

Gründe für die spätere Bereitstellung sind zum einen, dass die Wissenschaftler Rückschläge in der Impfstoffentwicklung vermuten, z. B. Nebenwirkungen oder fehlende Wirksamkeit. Für Risikogruppen könnte die Corona-Impfung bereits im März/April 2021 bereitstehen.

Anzumerken ist bei all diesen Prognosen noch, dass diese kurze Entwicklungszeit nicht mit der üblichen Dauer der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs übereinstimmt. Zusätzlich lehnen die Hersteller die Haftung für Impfschäden ab. Wie die EU-Kommission mitteilte, trage die EU (folglich jeder Steuerzahler) bestimmte Risiken der Pharmahersteller mit.

Wie sich das Virus seitdem verändert hat, liest du im Artikel Corona-Variante in Dänemark entdeckt.

Quellen:

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