Entgiftung & Umwelt

Studie: Ist Aluminium doch schuld an Alzheimer?

Annette Karmann ·

aktualisiert am 6. November 2026

Aluminium im Alltag, Alufolie und Getränkedosen

Alzheimer ist eine gefürchtete Erkrankung: Sie äußert sich durch ein nachlassendes Erinnerungs- und Orientierungsvermögen sowie durch Verhaltensveränderungen. In Deutschland leben rund 1,6 Millionen Menschen mit einer Demenz, Alzheimer ist die häufigste Form. Seit den 1970er-Jahren deuten einschlägige Studien darauf hin, dass die Entstehung von Alzheimer mit der Aufnahme von Aluminium zusammenhängen könnte. Studienergebnissen zufolge ist unter anderem der Proteinkomplex Ferritin nicht wie normalerweise mit Eisen beladen, sondern mit Aluminium. Sicher war man sich allerdings nie. Neue Studien weisen nun aber doch auf einen Zusammenhang zwischen Aluminium und der Entstehung der Erkrankung hin.

Neue Studie entdeckt Aluminium in Tau-Proteinen

Seit Langem ist bekannt, dass sich in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten zwischen den Nervenzellen sogenannte Amyloid-Plaques ablagern. Der Nachweis dieser charakteristischen Proteinfragmente sichert die Diagnose. Bei den Tau-Fibrillen handelt es sich um verdrehte Fasern im Inneren der Hirnzellen. Die Tau-Proteine stabilisieren normalerweise kleine Röhrchen, die beim Transport wichtiger Substanzen in den Nervenzellen helfen. Bei Alzheimer sind sie krankhaft verändert, sodass sich schädliche Proteine in den Nervenzellen sammeln und die Zellen absterben.

Das Journal of Alzheimer’s Disease Reports veröffentlichte nun eine Studie zum Zusammenhang zwischen der familiären Alzheimer-Krankheit (fAD) und Aluminium-Ablagerungen. Demnach lagert sich Aluminium nicht nur in den Plaques ab, sondern auch in den Alzheimer-Fibrillen, den sogenannten Tau-Proteinen. Studienleiter Matthew John Mold hält diese Tau-Ablagerungen für ursächlich bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit. Mehr zum Zusammenhang von Darm und Gehirn erfährst du im Webinar Darm und Demenz.

So gelangt Aluminium in den Körper

Einige Erkrankungen stehen im Verdacht, durch die Aufnahme von Aluminium begünstigt zu werden. In den Körper gelangt es hauptsächlich über die Nahrung, Kosmetik und Medikamente.

Aluminium steckt von Natur aus in vielen Lebensmitteln, z. B. in Nüssen, Getreide oder Gemüse. Auch unser Trinkwasser enthält natürlicherweise geringe Mengen. Deutschland kontrolliert das Trinkwasser streng und sorgt dafür, dass die Grenzwerte eingehalten werden.

Nicht natürlich ist dagegen das Aluminium in Speisen, die in Aluminiumschalen oder Alufolie zubereitet oder warm gehalten werden. Besonders viel Aluminium lösen säurehaltige Speisen wie Tomatensoße oder Salat mit Essig.

Einen Teil des Aluminiums nehmen wir auch über die Haut auf, z. B. über Sonnencreme und andere Kosmetika. Zahncremes enthalten Aluminiumhydroxid als Putzkörper.

Antitranspirantien stehen seit Jahren im Verdacht, schädlich zu sein. Damit weniger Schweiß produziert wird, lagern sich die Aluminiumsalze in die Ausgänge der Schweißdrüsen ein und verschließen sie. Entstehen durch eine vorherige Rasur kleine Verletzungen, können die Aluminiumsalze leichter über die Haut in den Körper gelangen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ging 2014 davon aus, dass man allein durch die tägliche Nutzung eines Antitranspirants die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge an Aluminium ausschöpfen kann. 2020 korrigierte das BfR diese Einschätzung: Neue Messungen zeigen, dass deutlich weniger Aluminium über die Haut aufgenommen wird als angenommen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch aluminiumhaltige Antitranspirantien hält das BfR seitdem für unwahrscheinlich.

Der größte Teil des Aluminiums wird über die Nieren wieder ausgeschieden. Der Rest wird im Körper eingelagert, z. B. in Knochen, Lunge und Gehirn, und steht im Verdacht, neben Alzheimer an verschiedenen Erkrankungen beteiligt zu sein. Mehr dazu liest du im Artikel Kann Aluminium gebunden werden?.

Aluminium vermeiden: Tipps für den Alltag

  • Meide Alufolie und mit Aluminium ausgekleidete Lebensmittelverpackungen.
  • Greif seltener zu Fertigprodukten wie Tütensuppen, Mayonnaise in Tuben und Konservendosen, und lieber zum Joghurt aus dem Glas.
  • Getränkedosen bestehen aus Aluminium. Als Alternative eignen sich Mehrwegflaschen aus Glas, auch wenn sie schwerer zu tragen sind.
  • Verwende statt Kaffeekapseln lieber selbst gemahlenen Kaffee.
  • Viele Kosmetiktuben sind mit Aluminium beschichtet. Achte auf umweltfreundliche Verpackungen und kauf lieber größere Packungen, das spart auch Müll.

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Quellen:

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