Entgiftung & Umwelt

Mikroplastik: So nimmst du weniger davon auf

Annette Karmann ·

aktualisiert am 6. November 2026

Mikroplastik vermeiden mit Glasflaschen und Stoffbeutel

Lange hat man nichts mehr über Mikroplastik und seine Auswirkungen auf den Körper gehört. In den Nachrichten herrscht nach wie vor das Corona-Thema vor. Es scheint aber ein offenes Geheimnis zu sein, dass jeder Mensch im Durchschnitt pro Woche das Gewicht einer Kreditkarte an Mikroplastik aufnimmt. Die Verunsicherung wird immer größer: Was ist das überhaupt? Wie kann ich es vermeiden? Was kann man überhaupt noch guten Gewissens essen und trinken?

Was ist Mikroplastik und worin ist es enthalten?

Kunststoffe werden seit den 1940er-Jahren in Massen produziert. Das Recycling ist aber leider nicht so einfach und günstig. So gelangt immer mehr Plastik in die Umwelt und reichert sich dort an, denn es zerfällt nur äußerst langsam und ist nicht biologisch abbaubar.

Bei Mikroplastik handelt es sich um Teilchen mit einer Größe von 0,1 µm bis 5 mm. Häufig ist es Abrieb von Kunststoffen, z. B. Reifenabrieb in der Atemluft oder Partikel von Kunstfasern aus der Kleidung. Es gibt aber auch Mikroplastik, das bereits als Mikroplastik hergestellt wird, z. B. für Kosmetika wie Peelings, Duschgels oder Zahnpasta. So gelangt es ins Abwasser, kann von Kläranlagen nicht vollständig herausgefiltert werden und landet wieder in unserem Trinkwasser.

Eine Studie der University of Newcastle im Auftrag des WWF kam zu dem Ergebnis, dass Menschen weltweit ca. fünf Gramm Mikroplastik pro Woche aufnehmen, manche deutlich mehr, andere weniger. Auf längere Zeiträume gerechnet sind das 21 Gramm pro Monat und rund 250 Gramm (ein Päckchen Butter) im Jahr.

Das Lebensmittel mit dem größten Anteil an Mikroplastik ist Wasser, und zwar sowohl aus Plastikflaschen als auch aus der Leitung. Leitungswasser enthält allerdings deutlich weniger Mikroplastik. Menschen, die hauptsächlich Wasser aus Plastikflaschen trinken, kommen laut einer Studie auf zusätzlich 90.000 Partikel pro Jahr, Menschen, die nur Leitungswasser trinken, auf 4.000. Weitere Lebensmittel, die Mikroplastik enthalten können, sind Fisch und Meeresfrüchte, Bier und Salz.

Mikroplastik wurde bereits in menschlichen Stuhlproben gefunden. Ein gesunder Darm scheidet vermutlich das meiste Mikroplastik wieder aus. Was ein Naturzeolith im Darm leisten kann, liest du im Artikel Zeolith, ein Wunderpulver?. Inzwischen wurde Mikroplastik aber auch in menschlichem Gewebe nachgewiesen, z. B. 2020 in der Plazenta.

Nanopartikel, die entstehen, wenn Mikroplastik weiter zerfällt, sind klein genug, um auch durch einen gesunden Darm ins Blut und in den restlichen Körper zu gelangen. Was Mikro- und Nanoplastik im Körper auslösen, weiß man bisher nicht genau.

Wie kannst du Mikroplastik vermeiden?

Am besten ist es, so wenig Plastik wie möglich zu „konsumieren“. Das bedeutet: keine Plastiktüten, keine Plastikflaschen, kein eingeschweißtes Obst oder Gemüse. Beim Bäcker kannst du dein Brot in einen mitgebrachten Stoffbeutel packen lassen. Verwende zu Hause mehr Behälter aus Glas, Edelstahl, Ton oder Keramik. Meist bleiben die Lebensmittel darin auch länger frisch.

Wasser in Glasflaschen in den siebten Stock ohne Aufzug zu tragen, ist mühsam. Auch dafür gibt es eine Lösung: Wasserfilter. So musst du nicht einmal Plastikflaschen hochtragen!

Kauf Kleidung möglichst aus Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle. Denn auch die Fasern, die sich aus Kunststoffen lösen, landen im Trinkwasser oder in der Atemluft.

Für dein Zuhause gibt es Luftreiniger, die mithilfe von Wasser auch feine Partikel aus der Luft filtern. So atmest du gereinigte Luft. Allerdings sind die Teilchen dann nicht verschwunden, sondern landen wieder im Abwasser.

Achte bei Kosmetika, Zahnpasta und Duschgels auf die Inhaltsstoffe. Eine Naturzahncreme ohne Mikroplastik stellen wir dir im Artikel Naturzahncreme Dentura Med Sensitiv vor.

Die Bezeichnungen können z. B. so lauten: PE (Polyethylen), PP (Polypropylen), PA (Polyamid) oder PET (Polyethylenterephthalat). Es gibt aber noch unzählige weitere. Wenn du dir die nicht merken kannst, helfen Apps, die nicht nur Mikroplastik entlarven, sondern Produkte auch auf andere schädliche oder ungesunde Inhaltsstoffe prüfen. Mehr dazu erfährst du im Webinar Umweltverschmutzungskrankheiten.

Quellen:

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