Ernährung & Lebensstil

Grüner Tee: Mehr als ein Getränk

Annette Karmann ·

aktualisiert am 3. November 2026

Grüner Tee in einer Tasse

Nicht jeder mag ihn: grünen Tee. Für viele ist er einfach zu bitter. Das liegt an den Gerbstoffen und sekundären Pflanzenstoffen, die er enthält, zum Beispiel Catechingallaten. Aber gerade sie machen ihn so gesund und vielseitig. Denn man kann ihn nicht nur trinken, sondern auch anders verwenden!

Grüner Tee als Mundspülung

Forscher fanden heraus, dass grüner Tee ganz hervorragend als Mundspülung dient. Dabei verglichen sie die Wirksamkeit von Spülungen mit Chlorhexidin und einer Spülung mit den Wirkstoffen aus grünem Tee. Sie stellten fest, dass beide Mundspülungen gleich gut wirkten und Zahn- sowie Zungenbeläge reduzieren konnten.

Außerdem wirken die Catechine aus der grünen Flüssigkeit antibakteriell und wirken sich deshalb positiv auf Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparats) aus.

Zusätzlich bringen genau diese Catechine den pH-Wert im Mund zurück ins Basische, was das Kariesbakterium Streptococcus mutans gar nicht mag. Deshalb kann Grüntee möglicherweise Karies reduzieren. Warum gesunde Zähne für den ganzen Körper wichtig sind, liest du im Artikel Wie Zahngesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen.

Am besten kaufst du also Grüntees mit möglichst vielen Catechinen, zum Beispiel Benifuuki, Gokou oder Okumidori. Umgekehrt eignen sich diese Teesorten mit hohem Catechingehalt nicht zum Trinken, weil sie die Aufnahme mancher Nährstoffe behindern. Grüntee aus dem Discounter ist als Mundspülung ungeeignet. Mehr über ein gesundes Gleichgewicht im Mund erfährst du im Webinar Mundflora in Balance.

Kann man mit grünem Tee abnehmen?

Eine Studie mit Mäusen legt den Schluss nahe: Ja! Aber nicht, wenn man sonst nichts ändert und einfach zusätzlich grünen Tee trinkt. Sondern: In Kombination mit Lauftraining nahmen die Mäuse, die zusätzlich grünen Tee bekamen, stärker ab. Probier es aus!

Grüner Tee gegen Vergesslichkeit?

Unglaublich, aber Forscher fanden erneut im Tiermodell heraus, dass Tiere, die grünen Tee tranken, ein besseres räumliches Gedächtnis hatten und besser lernten.

Außerdem fanden Forscher bereits 2012 heraus, dass die Kombination aus Grüntee und Lasern gefährliche Plaques an Nervenzellen im Gehirn lösen kann.

Wie bereitest du grünen Tee richtig zu?

Am besten kaufst du deinen Lieblingstee in einem Teefachgeschäft. Dort kannst du meist probieren und wirst gut zu Qualität, Koffeingehalt und Geschmack beraten. Das Koffein aus grünem Tee wirkt nicht so wuchtig wie das aus Kaffee, sondern langsamer und damit schonender. Deshalb eignet er sich auch für empfindlichere Menschen.

Mild, aber mit reichlich Koffein kommt zum Beispiel der japanische Gyokuro daher. Er ist deshalb der ideale Morgentee. Wer auch nachmittags oder abends noch Tee trinken möchte, für den ist Bancha perfekt.

Damit er nicht bitter schmeckt, solltest du grünen Tee nicht mit kochendem Wasser aufgießen. Die meisten Sorten mögen Temperaturen zwischen 60 und 80 °C. Außerdem ist die Ziehzeit meist recht kurz: zwischen 2 und 3 Minuten, sonst gelangen bittere Gerbstoffe ins Wasser. Die optimale Zubereitung steht in der Regel auf der Teepackung.

Quellen:

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