Zahngesundheit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

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Zahngesundheit und Schlaganfall
peterschreiber.media, Adobe Stock
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Auf den ersten Blick…

haben die Zähne eigentlich nichts mit dem Herzen zu tun. Auf den zweiten Blick jedoch entpuppen sich ganz faszinierende Zusammenhänge zwischen Zahngesundheit, Schlaganfall, Herz-Kreislauf- Erkrankungen und anderen kardiovaskulären Erkrankungen. Anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall wagen wir einen ungewöhnlichen Blick auf diesen Zusammenhang.

Häufige Zahnerkrankungen

Die wohl häufigste Erkrankung der Zähne ist Karies. Sie entsteht, wenn kariogene Mikroorganismen (z. B. Streptococcus mutans) der Mundhöhle in Kombination mit Zucker organische Säuren produzieren. Passiert dies häufig oder über einen längeren Zeitraum, so wird der Zahnschmelz entmineralisiert. Karies kann entstehen. Weitere Ursachen für Karies kann der Speichelfluss und die Zusammensetzung des Speichels sein. Auch der pH-Wert des Speichels kann zu Karies führen. Außerdem können genetische Faktoren eine Rolle spielen und auch Faktoren, die bereits während der Reifung eines Zahnes entstanden sind.

Zwei weitere ebenfalls häufige Erkrankungen sind die Parodontitis und die Parodontose. Die Parodontitis ist die Entzündung des gesamten Zahnhalte-Apparates. Folgen daraus können Lockerung von Zähnen sein, Entzündungen des Zahnfleisches und der Schleimhaut, Zahnfleischbluten. Die Parodontose kann ebenfalls eine Folge der Parodontitis sein: Sie ist meist entzündungsfrei, häufig ist das Zahnfleisch bereits zurückgebildet, die Zähne werden locker und fallen schließlich aus.

Wie hängen die Krankheiten nun mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen?

Dazu wollen wir Ihnen zwei Studien vorstellen.

Eine davon wurde in Dänemark durchgeführt. Die Wissenschaftler untersuchten, welches Risiko Menschen mit einer Parodontits haben, später einen Schlaganfall zu erleiden. Dazu befragten sie die  fast 18.000 Probanden, die bereits unter Parodontitis litten, über einen Zeitraum von 15 Jahren zu ihrer Gesundheit. Die Kontrollgruppe umfasste 83.000 Personen ohne Parodontitis. Dabei stellten sie fest, dass die Zahnkranken ein doppelt so hohes Risiko für Schlaganfälle hatten wie die Kontrollgruppe. 

Forscher der Universität Louisville suchten umgekehrt, und zwar untersuchten sie Schlaganfall-Patienten. Sie fanden heraus, dass sich überdurchschnittlich oft in ihrem Speichel bestimmte Bakterienstämme befanden: Streptococcus mutans. Diese Bakterien produzieren ein Protein, von dem vermutet wird, dass es Entzündungen in Gefäßwänden verursacht und diese in der Folge schwächt. 

Auch hier befindet sich die Wissenschaft noch am Anfang, aber diese Ergebnisse zeigen überdeutlich, wie wichtig Zahngesundheit auch für den Rest des Körpers ist.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27372888

https://www.nature.com/articles/srep20074

Kufahl, Dr. Wolfgang und Hecht, Prof. Dr. Karl (2019): Mundgesundheit – Durch Naturzeolith zur ganzheitlichen Mundgesundheit; Baunach