Ist Silizium für den Menschen lebensnotwendig, oder ist das ein Trugschluss? Es gibt Wissenschaftler, die es für erwiesen halten, dass Menschen ohne dieses Element nicht leben könnten. Andere wiederum stellen das infrage, denn bisher gebe es keine Studien darüber. Was ist nun richtig?
Was ist Silizium?
Silizium ist nach Sauerstoff und vor Aluminium das zweithäufigste Element der Erdkruste. Dort kommt es überwiegend in Verbindung mit Sauerstoff als Siliziumdioxid und Kieselsäure vor. Aber auch in Verbindung mit Metallen wie Aluminium als Alumosilikat, dem Hauptbestandteil von Zeolith.
Es ist Bestandteil von Ton und Lehm sowie vieler Gesteinsarten wie Quarz und Sand. Auch viele Edel- und Halbedelsteine enthalten Silizium, zum Beispiel Amethyst, Opal, Bergkristall und Rosenquarz. Im Meer kommt das Halbmetall im Gerüst von Kieselalgen vor, und auch Schachtelhalm und Bambus erhalten dadurch ihre Stabilität.
In der Technik wird Silizium in Solarzellen verwendet, aber auch in Computerchips (Silicon Valley).
Vorkommen und Bedarf
Im menschlichen Körper befindet sich nur wenig Silizium, deshalb wird es Spurenelement genannt. Der Anteil beläuft sich auf etwa 1 bis 1,5 Gramm. Der größte Teil befindet sich in den Knochen und im Bindegewebe. Mit zunehmendem Alter nimmt der Siliziumanteil im Körper ab.
Täglich werden etwa 45 mg über den Urin ausgeschieden. Deshalb schlagen manche Wissenschaftler vor, diese Menge als Bedarf zu definieren.
Funktionen von Silizium im Körper
Die Studien in diesem Bereich wurden sowohl an Menschen als auch an Tieren und mit Zellen im Labor durchgeführt. Nachlesen kannst du sie im Artikel „Silicon and bone health“ von Ravin Jugdaohsingh.
Bei Tieren wurde festgestellt, dass sie Mangelsymptome wie einen veränderten Bindegewebs- und Knochenstoffwechsel entwickelten, wenn Silizium in der Nahrung fehlte. Beim Menschen sind unter Siliziumgabe positive Effekte wie die Stärkung von Knochen und Haaren und eine Glättung der Haut beschrieben. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn das Halbmetall bildet eine dreidimensionale Struktur, die besonders für das Bindegewebe eine Bedeutung haben könnte. Wie du dein Bindegewebe stärkst, zeigt das Webinar Kollagen aufbauen.
In Versuchen mit Zellen und Gewebe zeigte sich, dass Silizium zur Vermehrung von Knochenzellen führt.
Eine Essenzialität, also Lebensnotwendigkeit, wurde für den Menschen allerdings bisher nicht beschrieben. Ebenso sind Mangelerscheinungen bisher nicht belegt.
Studien
Prof. em. Prof. Dr. med. habil. Karl Hecht argumentiert für die Essenzialität des Siliziums. Grundlage dafür sind Tierversuche mit Hühnern, die Prof. Dr. Edith Muriel Carlisle in den 1970er-Jahren durchführte. Sie fand heraus, dass Küken, die mit siliziumarmer Kost gefüttert wurden, eine deutlich schwächere Knochenstruktur ausbildeten als Küken mit siliziumreicher Kost. Das zeigte sich auch in Untersuchungen unter dem Mikroskop. Hecht selbst erzählt davon im Interview über Mineralien und im Webinar Prof. Dr. Karl Hecht.
Lothar Ursinus behauptet, bei Osteoporose sollte man mit Silizium statt mit Calcium behandeln. Die Gründe lägen darin, dass Calcium ein abbauendes Element sei und folglich dadurch kein Knochengewebe aufgebaut werden könne.
Weitere Beobachtungen an Hühnern führten Hecht zu dem französischen Arzt Corentin Louis Kervran. Dieser beschreibt aus seiner eigenen Kindheit, dass er sich fragte, wie Hühner täglich neue Kalkschalen um ihre Eier bilden konnten, ohne Calcium zu sich zu nehmen. Sie pickten lediglich Glimmer, wenn sie im Boden scharrten. Bei Untersuchungen des Vormagens fand er diese Glimmerteilchen aber nicht mehr, nur Sand.
Ähnliche Gedanken hatte der Chemiker Vauquelin: Er fütterte Hühner nur mit Hafer, und sie schieden fünfmal so viel Kalk aus, wie sie aufgenommen hatten.
Die Schlussfolgerung der beiden Wissenschaftler war, dass sich das Silizium aus dem Glimmer bzw. Hafer in Calcium umgewandelt (transmutiert) haben musste.
Siliziumreiche Lebensmittel
Silizium kommt in einigen Lebensmitteln vor. Es ist in allen ungeschälten Getreidesorten enthalten, insbesondere in Hafer, und auch in Braunhirse. Die Heilpflanze Schachtelhalm (Zinnkraut) hat ebenfalls einen hohen Siliziumgehalt.
Zusammenfassung
Alles in allem kann man also sagen, dass die Ergebnisse der angegebenen Studien nicht zu ignorieren sind. Deshalb muss man zumindest in Betracht ziehen, dass Silizium für den Körper wichtig ist.
Es ist jedenfalls nachweislich nicht schädlich.
Quellen:
- chemie.de: Silicium
- Jugdaohsingh, R. (2007): Silicon and bone health
- PubMed 14969400
- Hecht, Karl (2015): Zeolith – Lebenskraft durch das Urgestein; Baunach
- Elmadfa, Ibrahim und Leitzmann, Claus (2015): Ernährung des Menschen; Stuttgart (Hohenheim)
- Biesalski, Hans Konrad et al. (2017): Taschenatlas Ernährung; Stuttgart