Ist Krebs wirklich besiegbar?

148
Krebs
vectorfusionart, Adobe Stock
Anzeige

Extra zum Welt-Krebs-Tag

In der vergangenen Woche ging ein Aufschrei durch die deutschen Medien: Jens Spahn hatte in einem Interview mit der Rheinischen Post geäußert: „Es gibt gute Chancen, dass wir in zehn bis zwanzig Jahren den Krebs besiegt haben.“ Auf diese Aussage reagierten einige Menschen empört, wie auch Eugen Brysch, der dem Minister vorwarf, nur auf eine Schlagzeile aus zu sein. Die Zahl der Neuerkrankungen habe sich seit den 1970er Jahren fast verdoppelt.

Was stimmt denn nun?

Laut Robert-Koch-Institut hat sich die Zahl der Krebserkrankungen seit 1970 verdoppelt – heute knapp 500.000. (Die Zahlen von 1970 liegen als Schätzdaten vor.) 

Gründe dafür liegen unter anderem in einer deutlich effizienteren Vorsorge-Diagnostik und dem Älter-Werden der deutschen Bevölkerung, womit auch die Wahrscheinlichkeit steigt, an Krebs zu erkranken.

Allerdings sind die Todesfälle aufgrund von Krebserkrankungen in absoluten Zahlen gleich hoch geblieben (Ca. 220.000 Sterbefälle). In Relation gesehen ist also die Aussicht, noch lange mit einer Krebsdiagnose zu überleben, heute besser denn je!

Gibt es Neues aus der Forschung?

Ja! Immer wieder werden Studien veröffentlicht, die gar Unglaubliches zeigen. 

Am 14. Januar 2019 konnte man lesen, dass es Forschern gelang, Krebszellen in Fettzellen umzuprogrammieren und damit eine Metastasierung zu vermeiden. 

Im letzten Jahr entdeckten Wissenschaftler ein Gen bei Elefanten, das veränderte Zellen absterben lässt, bevor Krebs entstehen kann.

Es gibt viele neue Erkenntnisse, aus denen möglicherweise in Zukunft neue Medikamente oder Behandlungsmethoden entstehen können oder auch neue Vorsorge-Konzepte. 

Der Gesundheitsminister hatte möglicherweise diese Fortschritte im Hinterkopf. 

Kann man sich vor Krebs schützen?

Man kann das Risiko verringern, an Krebs zu erkranken. „Vorbeugen“ ist hier die aussichtsreichste Möglichkeit. Dies ist aber leider immer noch keine Garantie, dass man zu 100 % geschützt ist.

  • Zum Beispiel ist bei Tabak- und Alkoholkonsum die Wahrscheinlichkeit erhöht, außerdem gilt Übergewicht als Krebsrisiko. 
  • Verschiedene Studien (s. u.) zeigen, dass der Verzehr von selbst zubereitetem Essen und möglichst wenig Fertigprodukten, das Risiko deutlich senkt. 
  • Außerdem erkranken Menschen, die sich wenig bewegen, häufiger an Krebs.
  • Menschen, die viel Gemüse und Obst essen, senken wiederum ihr Risiko, an Krebs zu erkranken. 

Schutz vor Gebärmutterhalskrebs durch das HP-Virus

Vom sogenannten Humanen Papillom Virus sind inzwischen ca. 200 Arten bekannt, von denen zwölf Arten als Hochrisikotypen gelten. Allen voran gelten HPV 16 und HPV 18 als krebserregend und unter anderem verantwortlich für Gebärmutterhalskrebs. 

Gegen eine Ansteckung können Kondome schützen. Seit wenigen Jahren gibt es aber auch genau gegen diese Virus-Arten Impfungen, die vor einer Krebs-Erkrankung schützen sollen. Seit Kurzem gibt es diese Impfung nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen. 

Quellen:

https://www.krebsinformationsdienst.de

https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2017/krebs_in_deutschland_2017.pdf?__blob=publicationFile

https://www.bmj.com/content/360/bmj.k322

https://info.etude-nutrinet-sante.fr/en/node/2

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1877782115000764?via%3Dihub

https://www.cell.com/cancer-cell/fulltext/S1535-6108(18)30573-7