Ernährung & Lebensstil

Vitamin C kann mehr als nur das Immunsystem stärken

Annette Karmann ·

aktualisiert am 6. November 2026

Vitamin C in Zitrusfrüchten, Paprika und Kohl

Hinweis: Dieser Artikel stammt vom Juni 2020. Der Abschnitt zu Vitamin C und Viren gibt den damaligen Wissensstand zum Coronavirus wieder.

Das wohl berühmteste unter den Vitaminen ist Vitamin C, auch Ascorbinsäure genannt. Die meisten kennen die Geschichten über Seeleute, die an Skorbut erkrankten, Zähne verloren und sogar an diesem Mangel starben, weil sie zu lange auf See waren, ohne Obst oder Gemüse essen zu können. Bis schlaue Menschen auf die Idee kamen, Sauerkraut mit auf lange Reisen zu nehmen.

Wir informieren über Bedarf und Vorkommen von Vitamin C, aber auch darüber, welchen Erkrankungen es vorbeugen kann bzw. bei welchen es Linderung bringen kann.

Wozu braucht der Körper Vitamin C?

Der Körper setzt das Vitamin so vielseitig ein, dass manche Funktionen bisher noch nicht entdeckt sind. Sicher weiß man, dass es an der Bildung von Kollagen beteiligt ist (wichtig für Bindegewebe, Knorpel, Knochen und Zähne). Wie du Kollagen im Alltag unterstützt, erfährst du im Webinar Kollagen aufbauen.

Es schützt unsere Zellen vor Schäden durch freie Radikale, kann also vor Krebs schützen.

Es unterstützt die Aufnahme von Eisen und baut Cholesterin zu Gallensäuren um.

Wie hoch ist der Bedarf an Vitamin C und worin ist es enthalten?

Ascorbinsäure ist ein starkes Antioxidans, das heißt, sie neutralisiert freie Radikale, die bei Stress und auch beim Sport vermehrt entstehen und im schlimmsten Fall Krebs fördern können.

Da Menschen Vitamin C, anders als die meisten Tiere, nicht selbst produzieren können, müssen sie es über die Nahrung aufnehmen. Der Bedarf liegt laut DGE bei 95 mg pro Tag für Frauen und 110 mg für Männer. Diese Grenze wird unter Wissenschaftlern diskutiert, denn einige Tiere produzieren täglich Ascorbinsäure im Grammbereich. Möglicherweise sind diese Werte also eher eine Untergrenze.

Die meisten Obst- und Gemüsesorten enthalten Vitamin C. Spitzenreiter sind Camu Camu, Hagebutten, Acerola-Kirsche oder Sanddorn. Das sind aber bei den meisten wohl nicht die Obstsorten, die täglich auf den Tisch kommen. Zitrusfrüchte sind natürlich nennenswert, aber auch Kohlsorten enthalten einen beachtlichen Anteil und sogar Kartoffeln.

Durch Lagerung geht Vitamin C verloren. Äpfel, die im Frühjahr gegessen werden, enthalten praktisch kaum noch nennenswerte Mengen. Auch durch langes Kochen geht Ascorbinsäure verloren, besonders im Wasser, denn sie ist wasserlöslich und landet dann im Kochwasser. Eine Methode, die viele Vitamine erhält, ist das Dünsten.

Hinweis: Sauerkraut enthält nicht mehr Vitamin C als Weißkohl. Dafür ist es länger haltbar, und durch die Milchsäurebakterien ist es auch noch gut für deinen Darm!

Die DGE empfiehlt aus diesen Gründen, mindestens 5 Portionen Gemüse und Obst am Tag zu essen, teilweise auch roh. So soll man keine Mangelerscheinungen bekommen.

Das Antioxidans kann aber noch viel mehr, siehe weiter unten.

Wer sollte kein zusätzliches Vitamin C einnehmen?

Eine Einnahme von bis zu 2 Gramm Vitamin C gilt als unbedenklich. Bei empfindlichen Personen können allerdings Übelkeit und Durchfall als Nebenwirkungen auftreten.

Da höhere Dosen ab 3 g bei vorgeschädigten Personen die Nieren belasten können, sollten Nierenkranke eine zusätzliche Einnahme unbedingt mit ihrem Arzt besprechen.

Ebenfalls abklären sollten Menschen mit einem chronisch erhöhten Eisenspiegel, ob sie das Vitamin einnehmen sollten.

Wenn du zusätzlich Selen einnimmst, sollten 2 Stunden zwischen beiden Einnahmen liegen.

Schwangere und Stillende sollten in jedem Fall vor einer Einnahme mit ihrem Arzt sprechen.

Dabei reicht es nicht, künstlich hergestellte Ascorbinsäure in Form von E300 einzunehmen. Wichtig ist, dass sie bioverfügbar ist und das Präparat zusätzlich sekundäre Pflanzenstoffe enthält. Es ist auf jeden Fall auch sinnvoll, zum Vitamin C Eisen einzunehmen, denn in dieser Kombination kann der Körper Eisen besser verstoffwechseln.

Wie zeigt sich ein Vitamin-C-Mangel?

In den Industrieländern gibt es praktisch keinen Vitamin-C-Mangel mehr. Da der Körper das Vitamin ein paar Wochen lang speichern kann, tritt ein Mangel erst danach auf. Erste Anzeichen sind Müdigkeit, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und depressive Verstimmung. Da das aber Anzeichen für eine große Zahl von Erkrankungen bzw. Mangelerscheinungen sind, ist ein Mangel daran schwer zu erkennen. Eine Blutuntersuchung gibt Sicherheit.

Hält der Mangel länger an, kann Skorbut (Seefahrerkrankheit) auftreten. Dabei schmerzen Knie- und Fußgelenke, und es kommt zu Zahnfleischbluten bis hin zu Entzündungen und Zahnverlust.

Vitamin C bei Allergien

Eine Studie an Asthmatikern belegte, dass Ascorbinsäure die Ausschüttung von Histamin verringern kann. Histamin ist ein Botenstoff, der bei Entzündungen und auch bei Allergien ausgeschüttet wird und das Immunsystem zu einer Reaktion anregt. In der Studie zeigte sich, dass der Vitamin-C-Spiegel im Blut während einer Verschlimmerung des Asthmas stark abnimmt. Daraus schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass Asthmatiker und Allergiker einen höheren Bedarf an Vitamin C, aber auch an Vitamin E haben.

Ascorbinsäure gegen Viren

Häufig liest man, dass es keine Belege und keine Studien zur Gabe von Vitamin C und ihrem Effekt auf COVID-19 gibt. Das ist richtig. In China wird derzeit eine Studie durchgeführt, die aber noch nicht abgeschlossen ist.

Richtig ist aber auch, dass in China bereits Erfahrungen mit dem Antioxidans bei COVID-19 gemacht wurden, und diese sind äußerst vielversprechend. Aus diesem Grund hat der Arzt Dr. Weber seinen Corona-Patienten in New York ebenfalls hohe Dosen Ascorbinsäure intravenös verabreicht. Er sagt: „The patients who received vitamin C did significantly better than those who did not get vitamin C.“ Der Gruppe mit der zusätzlichen Gabe ging es also deutlich besser als der Gruppe, die keines erhielt.

Zusätzlich gibt es unzählige Studien, die die Wirksamkeit von Vitamin C bei den verschiedensten Viren und auch bei Lungenentzündungen nachweisen.

Daraus kann man nicht bedingungslos auf das derzeitige Coronavirus schließen, aber kategorisch ausschließen kann man die Wirkung ebenfalls nicht. Wie das Coronavirus in den Körper gelangt, liest du im Artikel SARS-CoV-2 und die Darmschleimhaut.

Vitamin C bei Diabetes

In einer Studie mit 84 Personen, die an Diabetes Typ 2 erkrankt waren, zeigte sich, dass eine Einnahme von 1.000 mg unter anderem die Werte des ungesunden LDL-Cholesterins sowie von Blutzucker und Seruminsulin senkte.

Quellen:

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