Hinweis: Dieser Artikel stammt vom 27. Juni 2020 und gibt den damaligen Wissensstand zum Coronavirus wieder. Aktuelle Informationen findest du beim Robert Koch-Institut.
Bisher ist nur ansatzweise bekannt, wie sich die Krankheit COVID-19 bei Infizierten entwickelt. Viele bekommen gar keine Symptome, andere hingegen schwere. Wo sie beginnt und wie und vor allem wo sie weiter voranschreitet, ist noch nicht sicher bekannt. Denn SARS-CoV-2 verursacht sehr unterschiedliche Symptome: Husten, Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen und Durchfall zählen zu den Hauptsymptomen.
Aber wie kann man Coronaviren daran hindern, in den Körper zu gelangen?
Wissenswertes über Viren
Dabei ist zu beachten, dass nicht das Virus die Zellen schädigt, sondern unser Immunsystem selbst. Das geschieht so: Ein Coronavirus dringt in eine Körperzelle ein, z. B. in eine Zelle der Lunge. Das tut es, damit die Zelle Viren produziert und sich das Virus vermehrt. Dabei zerstört es keine menschlichen Zellen, denn es möchte ja, dass die Wirtszelle Kopien von ihm herstellt. Die Zelle produziert also Coronaviren. Das menschliche Immunsystem erkennt das Coronavirus als Eindringling und bekämpft die Zellen, die es produzieren, in diesem Fall Zellen der Lunge. Und leider unterscheidet es dann nicht immer zwischen gesunden und infizierten Zellen, sondern greift jede Zelle der Lunge an.
Die Stärke des Angriffs fällt dabei unterschiedlich aus. Schwache und gereizte Immunsysteme sind oft nicht mehr wählerisch und greifen sicherheitshalber jede Lungenzelle an. Daher ist es wichtig, ein starkes und entspanntes Immunsystem zu haben.
Aus dieser Logik heraus gelten Viren, die ihren Wirt nicht töten, als die erfolgreichsten, denn so können sie sich weiter verbreiten. Das HI-Virus ist aus dieser Sicht eigentlich kein sehr erfolgreiches Virus, denn unbehandelt sterben HIV-Infizierte. Die bisher bekannten Erkältungs-Coronaviren sind hingegen sehr erfolgreiche Viren, denn wir bekommen bloß eine laufende Nase.
Wie gelangt SARS-CoV-2 in menschliche Zellen?
Bekannt ist allerdings, wie SARS-CoV-2 in die Zellen gelangt. Dazu braucht es eine bestimmte Tür, die die Fachwelt „ACE2-Rezeptor“ nennt. Nur durch diese Tür kann das Virus in eine Zelle eindringen. Diese Türen gibt es aber nicht wahllos an allen Zellen des menschlichen Körpers, sondern z. B. in der Lunge, im Herzen, in den Nieren und auch im Darm. In die Lunge zu gelangen, fällt dem Virus vergleichsweise leicht, weshalb die meisten COVID-19-Erkrankungen mit Husten einhergehen. Aber 30 % der Infizierten haben auch Durchfälle. Das könnte bedeuten, dass das Coronavirus dort angekommen ist und versucht, sich über die Darmzellen zu vermehren. Aus den Zellen gelangt es dann entweder in den Stuhl und wird ausgeschieden oder ins Blut.
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Quellen:
- Cell (2020): SARS-CoV-2-Rezeptor ACE2
- Nature Medicine (2020): ACE2 in Nasen- und Darmzellen
- Robert Koch-Institut / STAKOB: Hinweise zu Diagnostik und Therapie
- Ärzteblatt: SARS-CoV-2 könnte auch über Nase und Darmschleimhaut in den Körper gelangen
- Pharmazeutische Zeitung: ACE-Hemmer unter Beobachtung
- DAZ: Mit löslichem ACE2 gegen COVID-19
- wissenschaft.de: Welche Zellen das Coronavirus befällt