Amalgam – völlig harmlos oder Gefahr für Ihre Gesundheit?

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Amalgam
Sebastian Kaulitzki, Adobe Stock
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Nach wie vor …

haben Millionen Deutsche noch Amalgam-Füllungen – auch Plomben genannt – in ihren Zähnen. Und nach wie vor gibt es noch Zahnärzte in Deutschland, die neue Füllungen mit der Metall-Legierung einsetzen. Nur für Schwangere, Stillende und Kinder wird seit Juli 2018 nicht mehr empfohlen, sie als Zahnfüllung zu nutzen. In Norwegen und Schweden ist sie schon seit zehn Jahren für alle verboten. 

Warum ist Amalgam in Deutschland nicht verboten?

Befürworter von Amalgam-Füllungen begründen ihre Meinung so: Es konnte nie bewiesen werden, dass Gesundheitsbeschwerden ausschließlich auf die quecksilberhaltigen Füllungen zurückzuführen seien. 

Dies dürfte allerdings auch schwierig sein. Denn die Beschwerden, die durch Quecksilber in geringen Dosen hervorgerufen werden, sind häufig sehr unspezifisch und nicht immer nur auf eine Ursache zurückzuführen.

Was ist Amalgam eigentlich?

Amalgam wird schon seit über 100 Jahren als Zahnfüllung genutzt. Man machte sich dabei ihre antibakteriellen Eigenschaften sowie die guten Verarbeitungseigenschaften zunutze. Sie ist sehr lange haltbar – manche Zahnärzte sagen: sogar bis zu 50 Jahre! Amalgam-Füllungen werden außerdem vollständig von den Krankenkassen übernommen, was sie dadurch für den Patienten attraktiver macht.

Die Legierung besteht zu 50 % aus Quecksilber. Weitere Bestandteile sind Kupfer, Zinn und Silber.

Quecksilber ist ein flüssiges Schwermetall, das für Mensch und Tier hochgiftig ist. Früher hat man es in Thermometern verwendet ebenso wie in der Elektrotechnik.

Um die Umwelt vor weiterer Vergiftung durch Quecksilber zu schützen, beschloss die EU einen schrittweise Ausstieg aus der Verwendung des Schwermetalls. Im kommenden Jahr soll daher beschlossen werden, ob Amalgam weiterhin verwendet werden darf oder aus Zahnarztpraxen verbannt werden soll. 

Was passiert, wenn Quecksilber in den Körper gelangt?

Quecksilber gelangt meist entweder oral in den Körper, also durch Nahrung (hauptsächlich Fisch, wie Thunfisch oder Hecht) oder Zahnfüllungen, oder über die Atemluft. 

Im Mund können dadurch Entzündungen des Zahnfleisches entstehen (Parodontitis, Parodontose), bei längerer Einwirkung treten Erschöpfungszustände auf. Außerdem kann es negative Auswirkungen auf die Darmfunktion und -schleimhaut haben sowie auf die Nierenfunktion. 

Bei Autopsien konnte festgestellt werden, dass Amalgam-Träger Ablagerungen von Quecksilber im Gehirn hatten. 

Soll ich meine Amalgam-Füllungen entfernen lassen?

Dazu befragten wir einen Experten: den Umwelt-Zahnmediziner Dr. Wolfgang Kufahl, der in Lübeck praktiziert.

Seine Antwort ist überraschend, denn er rät nicht grundsätzlich zu einer Entfernung. Sei der Patient gesund und fühle sich wohl und außerdem die Füllung intakt, sei es nicht ratsam, sie zu entfernen. Denn während der Entfernung setze sich der Patient u. a. giftigen Aerosolen aus, und geringe Mengen könnten so auch in den Körper gelangen.

Komme der Patient aber mit Beschwerden und die Füllung sei beschädigt, klärt der Mediziner durch eine Blutuntersuchung Belastung von Quecksilber im Körper ab. Dies wiederhole er auch nach der Entfernung.

Ist eine Amalgam-Entfernung gefährlich?

Wenn der Zahnarzt keine Sicherheitsvorkehrungen trifft, kann sowohl er als auch seine Angestellten und natürlich der Patient selbst Amalgam-Dämpfen ausgesetzt sein, die über Lunge und Haut aufgenommen werden. Der Patient schluckt zusätzlich noch Bruchstücke und Partikel, die beim Ausbohren in den Speichel gelangen. 

Daher geht Dr. Kufahl in seiner Praxis ungewöhnliche Wege: Die Luft im Behandlungsraum wird während der Behandlung abgesaugt und gefiltert, um die Aerosole so gering wie möglich zu halten. Die Haut sollte möglichst mit Kleidung bedeckt sein. Die Stellen, die frei sind, werden mit einem Zeolith-Puder bestäubt. Dieser nimmt das Quecksilber auf, bevor es in den Körper gelangt. Die nicht betroffenen Zähne, das Gesicht und die Augen des Patienten werden abgedeckt. Vor der Behandlung spült der Patient zusätzlich seinen Mund mit einer Zeolith-Suspension aus. So entsteht laut Kufahl ein Schutzfilm auf der Mund- und Rachenschleimhaut. 

Erst dann wird die Amalgam-Füllung herausgebohrt. 

Was kann ich selbst tun, um die Quecksilber-Belastung so gering wie möglich zu halten?

Dr. Kufahl und Prof. Dr. Karl Hecht (Humanmediziner und Zeolith-Experte) empfehlen ganz klar die Ausleitung von Quecksilber durch modifizierten Naturzeolith, z. B. MANC, unbhängig davon, ob es dabei um eine ernährungsbedingte oder amalgam-bedingte Schwermetall-Belastung geht. Der Zeolith bindet das Schwermetall bereits im Mund und durchwandert den Magen und Darm. Er wird nicht in die Blutbahn aufgenommen, sondern mitsamt den Schwermetallen über den Stuhl wieder ausgeschieden. 

Das Empfehlenswerteste ist vermutlich aber, die Zähne so zu pflegen, dass gar nicht erst Karies entstehen kann und Füllungen nötig werden, z. B. mit einer remineralisierenden Zahncreme!

Quellen:

https://www.chemie.de/lexikon/Quecksilber.html

https://www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Position_Amalgam.pdf

https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/chemische-stoffe/haeufige-fragen-zu-quecksilber#textpart-2

Kufahl, Dr. Wolfgang und Hecht, Prof. Dr. Karl (2019): Mundgesundheit – Durch Naturzeolith zur ganzheitlichen Mundgesundheit; Baunach