Ingwer – mehr als bloß ein Gewürz!

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Ingwer
juefraphoto, Adobe Stock
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Seit Jahrtausenden wird Ingwer in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet. Dort gilt er als Heilmittel bei Erkältungen und soll besonders gut Schleim lösen können. In der Antike wurde er zusätzlich zur Förderung der Verdauung eingesetzt. Auch heute noch spielt das scharfe Gewürz eine Rolle in der Medizin. Zahlreiche Studien befassen sich mit seiner Wirkung auf den menschlichen Körper und Krankheitserreger.

Allgemeine Informationen

Ingwer wirkt laut verschiedenen Studien antimikrobiell, fungizid, antioxidativ und entzündungshemmend. Er ist galletreibend und daher verdauungsfördernd. Außerdem wird er in der traditionellen Medizin seit langem als Schmerzmittel eingesetzt.

Die Wurzel enthält Vitamin C, Magnesium und Kalium, wird aber erst durch seine über 400 sekundären Pflanzenstoffe zu einer wichtigen Heilpflanze.

In der Schwangerschaft sollten Sie sie allerdings meiden oder Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, da sie wehenfördernd wirken kann.

Ingwer gegen Migräne

In einer Studie mit 100 Migränepatienten verglich man die Wirkung von Ingwerpulver mit der eines klassischen Migränepräparates. Ergebnis: Beide waren gleichermaßen wirksam. Aber: Ingwer hat deutlich weniger Nebenwirkungen als klassische Medikamente gegen Migräne.

Ingwer bei Übelkeit

Ingwer wird traditionell bei Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. In letzter Zeit hat es aber auch viele  klinische Studien zur Wirksamkeit bei Übelkeit und Erbrechen gegeben. Die Ergebnisse sind vielversprechend: Nicht nur bei Schwangerschafts-Übelkeit, sondern auch bei Erbrechen nach Operationen und Chemotherapie und sogar bei Reise- und Seekrankheit kann die Heilpflanze die Symptome lindern. 

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Ingwer bei Bluthochdruck

Eine Metaanalyse ergab, dass das Gewürz vermutlich einen positiven Einfluss auf den Blutdruck hat – und zwar sowohl auf den systolischen Blutdruck als auch auf den diastolischen. 

Für die Mundgesundheit

Mundgeruch wird meist von Schwefelverbindungen (z.B. natürlicherweise in Zwiebeln und Knoblauch enthalten) hervorgerufen. Diese können auch bei schlechter Mundhygiene, durch Rauchen oder Alkohol durch Bakterien entstehen. Ein Stoff aus der Ingwerwurzel – Gingerol-6 – ist in der Lage, genau die Enzyme im Speichel zu aktivieren, die die riechenden Schwefelverbindungen auflösen können. 

Auch Klinoptilolith hilft bei Mundgeruch. Lesen Sie hier, wie!

Ingwer und Krebs

Eine Metaanalyse, die alle Studien über Ingwer und Krebs auswertete und diskutierte, kommt zu dem Ergebnis, dass die Wurzel mit ihrem Hauptwirkstoff Gingerol relevante antitumorale Aktivitäten aufweist.

Zubereitungen mit Ingwer

Tee ist eine unkomplizierte Art, die wichtigen Pflanzenstoffe zu sich zu nehmen. Diesen gibt es entweder fertig zu kaufen oder sie schneiden ein paar dünne Scheiben ungeschälten Bio-Ingwer in kaltes Wasser und kochen dies für ein paar Minuten auf. Je länger es kocht und zieht, desto schärfer wird der Tee. 

Sie können die Flüssigkeit auch pürieren.

Wenn Sie die Dosierung genauer haben wollen, gibt es Ingwer auch als Pulver oder in Kapseln zu kaufen. 

Ätherisches Ingweröl ist für die äußere Anwendung gedacht: entweder für eine Aromatherapie oder für Kompressen, Massagen oder Fußbäder. Dazu geben Sie 5 Tropfen ätherisches Öl auf 10 ml Mandel- oder Diestelöl.

Tipp: Sie können die Wurzel sogar zu Hause selbst anbauen. Einfach im Frühjahr ein Stück Bio-Ingwer kaufen, über Nacht in Wasser einlegen und in einen Blumenkasten pflanzen. Daraus wächst eine schilfartige Pflanze mit hübschen roten Blüten. Im Herbst, wenn die Blätter gelblich werden, ist die Wurzel erntereif.

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21631494

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30972845

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26884528

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30466995

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30009484

https://www.bzfe.de/inhalt/ingwer-32488.html

J. Grünwald, C. Jänicke: Grüne Apotheke. 6. Auflage. Gräfe und Unzer Verlag, München 2004, ISBN 3-7742-6464-3, S. 268

Ingwer gegen Mundgeruch. In: Süddeutsche Zeitung. Ausgabe 8., August 2018, S. 14