Gibt es Lösungen zur Antibiotikaresistenz?

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Antibiotikaresistenz
Africa Studio, Adobe Stock
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Die Antibiotikaresistenz von Bakterien wird zunehmend zum Problem. In Europa sterben jährlich ca. 33.000 Menschen an einer Infektion mit Keimen, die nicht mehr durch Antibiotika abgetötet werden können. Allein in Deutschland infizieren sich jährlich 500.000 Menschen mit sogenannten Krankenhauskeimen.

Wie werden Bakterien resistent gegen Antibiotika?

Wie Forscher der Universität Kopenhagen und der University of California im November zeigen konnten, kommunizieren Bakterien miteinander, sobald sie mit einem Antibiotikum – entweder ein bakterientötendes Gift oder Viren, die Bakterien töten – in Berührung kommen. Sie warnen ihresgleichen und verändern dann ihr Verhalten. 

„Kennen“ manche Bakterien ein Antibiotikum bereits, weil z. B. bei einer Behandlung nicht alle Bakterien abgetötet wurden, geht dieser Prozess viel schneller vonstatten und mehr Bakterien überleben, die dann auch resistent sind.

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Welche Lösungsvorschläge gegen Antibiotikaresistenz gibt es?

Eine naheliegende Lösung sollte selbstverständlich sein, möglichst selten Antibiotika zu verschreiben. In diesem Artikel verraten wir, welche Ärzte besonders viel unnötige Antibiotika verschreiben.

Besonders in der Tierhaltung sollte auf eine generelle Antibiotikagabe verzichtet werden. Hier werden häufig sogar Breitband-Antibiotika gegeben, die nur für Ausnahmefällen gedacht sind.

Es gibt auch natürliche Antibiotika, die – nach Beratung mit einem Arzt oder Therapeuten – ebenfalls gute Ergebnisse erzielen. Beispiele hierfür sind Berberin oder Grapefruitkernextrakt.

Eine weitere Alternative könnte sein, unschädliche Bakterien gegen resistente Bakterien einzusetzen. Wie man z. B. auch nach Durchfällen Hefepilze einnimmt, damit sich keine schädlichen Bakterien vermehren können, wäre dies auch mit harmlosen Bakterien denkbar. Diese würden sich dann vermehren und die schädlichen Bakterien verdrängen. 

Eine Alternative der Schulmedizin wurde eben erst am 20. November dieses Jahres veröffentlicht: Forscher haben ein neuartiges Antibiotikum (Darobactin) entwickelt, das auch Bakterien abtöten kann, die bereits eine Schutzschicht um sich selbst gebildet haben. 

Quellen:

https://www.eca.europa.eu/de/Pages/DocItem.aspx?did=51992

https://jb.asm.org/content/201/23/e00568-19

https://www.nature.com/articles/s41586-019-1791-1