Warum Frauen und Kinder seltener an „Corona“ erkranken als Männer

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Corona
fizkes, Adobe Stock
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Seit Anfang des Jahres haben auch wir in Deutschland mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 zu tun. Derzeit steigen zwar die Zahlen der positiv Getesteten wieder an, allerdings werden auch deutlich mehr Tests durchgeführt (relativ gesehen sogar mehr als „positiv“ getestet wurden). Daher muss man die „höheren“ Zahlen immer im Zusammenhang sehen und nicht nur absolut. Die Zahl der Erkrankten, die behandelt werden müssen, steigt derzeit allerdings nicht an, weshalb bereits das Uniklinikum Leipzig seine Corona-Ambulanz schließt. Offizielle Erklärung: Niedriger Bedarf seit Wochen.

Männer erkranken am häufigsten

Der Anteil an Infizierten ist bei Frauen und Männern ungefähr gleich. Wie Statista zeigt, sind 51 % der Infizierten Frauen und entsprechend 49 % Männer. 

Allerdings ist die Verteilung der Erkrankten, die Symptome haben und sich ggf. in stationäre Behandlung begeben müssen und infolgedessen auch die Zahl der mit Covid-19-Verstorbenen nicht mehr so ausgeglichen. In China liegt die Sterberate für Männer sogar 2,4-mal höher als für Frauen. Hier sind 30 % der Verstorbenen Frauen und 70 % Männer.

Kinder erkranken am seltensten. Und von ihnen – wie auch von den Erwachsenen – haben die meisten schwere Vorerkrankungen. Eine Dresdner Studie zeigt übrigens, dass die Dynamik der Virusverbreitung an Schulen bisher überschätzt wurde, sich Schulen also nicht zu Hotspots entwickeln. Auch ohne Maskenpflicht, die zu dieser Zeit noch nicht angeordnet war.

Warum erkranken Männer häufiger an COVID-19?

Wie schon häufig zu lesen war, docken Coronaviren ausschließlich an den ACE2-Rezeptoren von menschlichen Zellen an, um so in sie hineinzukommen, und die Zelle dazu zu bringen, Viren zu produzieren. Diese Rezeptoren befinden sich in der Lunge, den Nieren und eben auch im und am Herzen. 

Bisher ahnte man, dass Männer mehr dieser Rezeptoren ausbilden mussten als Frauen aufgrund der bisherigen Zahlen. Forscher der Wake Forest School of Medicine in North Carolina wollten es aber genauer wissen und fanden heraus, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen die Produktion von ACE2 hemmt. Umgekehrt verläuft die Erkrankung COVID-19 bei Männern schwerwiegender aufgrund von mehr ACE2-Rezeptoren, die sich wegen des Fehlens von Östrogen stärker entwickeln. 

Quellen:

https://www.uniklinikum-leipzig.de/presse/Seiten/Pressemitteilung_7110.aspx

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1103905/umfrage/verteilung-der-corona-infektionen-in-deutschland-nach-geschlecht/

https://www.sciencedaily.com/releases/2020/08/200827154957.htm

https://link.springer.com/article/10.1007/s11906-020-01073-x

https://www.bmj.com/content/370/bmj.m3249

https://www.apotheken-umschau.de/Coronavirus/Covid-19-Warum-es-Maenner-haerter-trifft-558977.html

https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/immunisierungsgrad-geringer-als-erwartet-schulen-haben-sich-nicht-zu-hotspots-entwickelt