Erschreckende Erkenntnisse: E171 aus Zahnpasta gefährlich für Darm

582
E171
FROXIMUN AG
Anzeige

In Frankreich ab 2020 verboten

Forscher der Universität Sydney haben untersucht, wie sich Titandioxid – in Lebensmittelkennzeichnungen auch E171 genannt – auf das Mikrobiom im Darm und die Darmschleimhaut auswirkt. Dabei haben sie erschreckende Erkenntnisse gewonnen. In Frankreich ist es daher ab 1.1.2020 in Lebensmitteln verboten.

Titandioxid ist das Oxid des Metalls Titan. Die Nanopartikel können sowohl die Haut, als auch Schleimhäute durchdringen und sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Dort dient E171 als Weißmacher, außerdem soll es Oberflächen schön glänzend machen. Daher ist es z. B. in Zahnpasta zu finden, aber auch in Mozzarella. Auch in Sonnencremes und anderen Kosmetika findet es Anwendung. Achten Sie auf die Etiketten! Dort steht dann im Lebensmittel- und Kosmetikbereich entweder Titandioxide oder E171 oder CI77891 oder bei Farben PW6 oder Pigment White 6.

Denn Farben und Lacke sowie Kunststoffe enthalten ebenfalls häufig den Weißmacher Titandioxid. 

Studie aus 2017

Bereits 2017 gab es eine Studie zum Zusatzstoff E171. Wissenschaftler der Universität Zürich untersuchten dazu Mäuse* mit Darmentzündungen. Sie gaben diesen Mäusen Titandioxid und beobachteten, dass sich die Darmentzündungen verschlimmerten und sich die Nanopartikel außerdem in der Milz ansammeln. Im Labor untersuchten sie, wie der Stoff auf Gewebezellen wirkt und entdeckten, dass er die Durchlässigkeit des Gewebes erhöhte. Daraufhin untersuchten sie das Blut von Patienten, die an Colitis ulcerosa erkrankt waren. In deren Blut fanden sie Titan-Teilchen. 

Studie aus Mai 2019

Auch diese Studie wurde an Mäusen durchgeführt, es gab aber auch ergänzende Untersuchungen im Reagenzglas. Die Forschenden wollten herausfinden, ob E171 das Mikrobiom beeinflusst und wenn ja, wie es das tut. 

Die Ergebnisse waren eindeutig: Titandioxid reduzierte die Aktivität der Bakterien im Darm der Mäuse. Es konnten außerdem weniger Stoffwechselprodukte, also Aktivität von Bakterien, nachgewiesen werden. 

Zusätzlich verstärkte E171 den Biofilm auf der Darmschleimhaut. Der Biofilm bewirkt eine Abschottung der Darmschleimhaut vom Lumen, also dem Darminhalt. So können wichtige Nährstoffe nicht über die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Es können Mangelerscheinungen entstehen. 

Außerdem können sich umgekehrt unter dem Biofilm, also direkt an der Schleimhaut unerwünschte Bakterien vermehren. Der Biofilm verhindert außerdem, dass die Schleimhaut genügend wichtigen Schleim produziert. 

Anmerkung der Redaktion: Biofilme stehen zusätzlich im Verdacht, Darmkrebs zu erregen.

In anschließenden Biopsien der Darmschleimhaut fanden die Forscher weniger Makrophagen, also Immunzellen, als bei Mäusen, die kein Titandioxid aufgenommen hatten. Somit kann eine Immunschwächung als Folge vermutet werden.

Eine letzte Entdeckung war, dass die Krypten in der Darmschleimhaut – sie produzieren Enyzme zur Verdauung – der behandelten Mäuse deutlich verkürzt und somit weniger leistungsfähig waren. 

Ausblick

Frankreich hat im April beschlossen, dass es ab Januar 2020 den Zusatzstoff E171 in Lebensmitteln verbieten wird.

In Deutschland steht Derartiges bisher nicht auf der Agenda. Die EU-Kommission will sich aber mit dem Stoff beschäftigen. Wird er als krebserregend eingestuft, befürchtet die Chemie-Industrie, dass jeglicher Müll, der Titandioxid enthält, dann als Giftmüll entsorgt werden muss. 

* Tierversuche lassen sich selbstverständlich nie genau so auf den Menschen übertragen. Aber aus ethischen Gründen wird es wohl keine ähnlich gearteten Studien am Menschen geben.

Quellen

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26848183

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fnut.2019.00057/full