Grippeimpfung und ihre Wirksamkeit

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Grippeimpfung
weyo, Adobe Stock
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Inzwischen liest man…

wieder in allen Tages- und Onlinezeitungen Aufforderungen, die Grippeimpfung wahrzunehmen. Meist folgt dann eine Zeit, in der die Autoren warnen, dass der Impfstoff knapp werde. Und schließlich titeln die Zeitungen, dass nun die Grippewelle heranrolle und auch schon ein paar Tote zu beklagen seien.

Aber was ist eigentlich dran an der jährlichen Grippewelle und der entsprechenden Grippeimpfung?

Ein kurzer Überblick zu den Grippe-Erkrankungen der vergangen Saison

Im Winter 2018/19 meldete das Robert-Koch-Institut ca. 181.000 Influenza-Erkrankungen. 2017/18 diagnostizierten die Labore ca. 334.000 Grippe-Erkrankungen. Im Jahr 2016/17 waren dies nur 114.000.

Es gab im Winter 2018/19 aufgrund von Grippe-Infektionen 954 Todesfälle (0,5 %), 2017/18 waren dies 1.674 laborbestätigte Todesfälle (0,5 %). Die jüngst veröffentliche Schreckenszahl von 25.100 Todesfällen spiegelt lediglich eine Schätzung wider, nicht aber nachgewiesene Fälle. Im Jahr davor waren es 723 (0,63 %). Der Altersdurchschnitt der Verstorbenen lag bei ca. 80 Jahren.

Grippeimpfung und Wirksamkeit

Jedes Jahr wird im Voraus für die nächste Grippe-Saison vorhergesagt, welche Arten von Influenza-Viren wahrscheinlich am meisten vorkommen werden. Entsprechend dieser Schätzungen wird der Impfstoff zusammengesetzt.

Im Winter 2017/2018 ging die Schätzung allerdings in die falsche Richtung. Denn gegen das Virus B, was in Deutschland die meisten Ansteckungen verursachte, gab es keinen Impfstoff. Daher lag die Effektivität, also die Wirksamkeit, der Grippeimpfung nur bei 15 %. Für die Grippeimpfung 2018/19 hatten die Pharma-Unternehmen daher zusätzlich einen Impfstoff gegen das Virus B mit aufgenommen. Der Impfstoff 2019/20 enthält ebenfalls zwei verschiedene Viren A und ein Virus B.

Im Jahr 2016/2017 lag die Impfeffektivität in Deutschland etwas höher, nämlich bei 21 %, im Jahr davor bei 15 %.

Vielversprechende Neuerung

Bisherige Grippe-Impfstoffe wurden in vorgebrüteten Hühner-Embryonen gezüchtet. Die DAZ berichtet, dass diese zum Teil bereits 18 Monate vor Auslieferung bestellt werden müssen, damit sie rechtzeitig lieferbereit sind. Das ist der Grund, warum die Pharma-Industrie nicht flexibel reagieren kann, wenn sich das Grippe-Virus verändert. 

Nun gibt es aber eine neue Entwicklung: Pharma-Unternehmen haben einen Grippeimpfstoff entwickelt, den man nicht im Hühnerei, sondern in Säugetier-Zellen vermehrt. So soll eine höhere Wirksamkeit und flexiblere Anpassung möglich sein. Ab wann dieser erhältlich ist, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar.

Sie sind nicht von der Impfung überzeugt? Alternativen zur Vorbeugung: hier klicken!

Wie Sie einer Grippe, die sich auf ähnlichen Wegen wie eine Erkältung verbreitet, vorbeugen können, lesen Sie hier.

Quellen:

https://influenza.rki.de/saisonberichte/2015.pdf

https://influenza.rki.de/saisonberichte/2016.pdf

https://influenza.rki.de/Saisonberichte/2017.pdf

https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/6253/RKI_Influenzabericht_2018-19.pdf?sequence=1&isAllowed=y

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/02/06/schuetzt-flucelvax-tetra-besser-vor-grippe/chapter:2