Dieser Beitrag stammt aus dem März 2019. Die damals geplante Abschaffung der Zeitumstellung in der EU wurde bis heute nicht umgesetzt.
Gehörst du zu den Menschen, die nach der Zeitumstellung erst einmal ein paar Tage in den Seilen hängen und sich mühsam umgewöhnen müssen? Oder merkst du erst, dass die Zeit umgestellt wurde, wenn du die Uhrzeit auf dem Handy mit der Küchenuhr vergleichst?
Damals war geplant, dass ab 2021 in Europa die Zeit zwar nicht stehen bleibt, aber zumindest nicht mehr umgestellt wird. Alle, die sich mühsam mit Eselsbrücken gemerkt haben, dass die Uhr im Sommer vor- und im Winter zurückgestellt wird, und darüber gefachsimpelt haben, ob es dann länger hell bleibt oder früher dunkel wird, hätten aufatmen können!
Besonders Kinder und auch Haustiere tun sich mit der Zeitumstellung schwer. Sie haben sich an Rituale gewöhnt, die plötzlich später oder früher stattfinden. So kann es passieren, dass dein Kind Ende Oktober plötzlich schon um 6 Uhr wach ist und spielen möchte. Umgekehrt fällt es manchen schwer, im Sommer eine Stunde früher aufzustehen. Was im Körper während der Nacht passiert, erfährst du im Webinar Schlafqualität verbessern.
Dauerhafte Sommerzeit statt Zeitumstellung?
Deshalb hielten manche Politiker eine dauerhafte Sommerzeit für die beste Lösung: keine lästige Umstellung mehr und im Sommer abends lange draußen sitzen. Viele befürworten diese Variante. Für die Alternative „dauerhafte Winterzeit“, die in unseren Breitengraden eigentlich die richtige wäre, können sich nur wenige begeistern.
Man sollte aber bedenken, wie Uhrzeit und Tageslicht im Winter dann zusammenspielen würden. Bisher geht die Sonne Ende Dezember im Durchschnitt gegen 8:30 Uhr auf und um ca. 16:30 Uhr unter. Bei dauerhafter Sommerzeit wäre beides eine Stunde später: Sonnenaufgang um 9:30 Uhr, Sonnenuntergang um 17:30 Uhr.
Der spätere Sonnenuntergang käme vielen Berufstätigen bestimmt entgegen: So bekommt man nach Feierabend vielleicht noch etwas Tageslicht ab.
Der späte Sonnenaufgang ist für viele aber kein Zuckerschlecken. Schüler gehen dann deutlich länger im Dunkeln zur Schule, was durchaus gefährlich sein kann. Teenager haben hormonell bedingt einen späteren Biorhythmus und werden durch das späte Tageslicht noch langsamer leistungsfähig. Trotzdem müssen sie spätestens ab 8 Uhr voll konzentriert sein.
Und der Vorteil für Berufstätige, abends noch Tageslicht abzubekommen, rächt sich möglicherweise am Morgen. Denn auch für sie gilt: länger dunkel, weniger Konzentration.
Es ist keine leichte Entscheidung, und wir dürfen gespannt sein!