Atmen ist nicht gleich Atmen – Tipps für neue Energie

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Der Zug hatte Verspätung. Sie rennen den Rest des Weges zur Arbeit. Völlig entnervt greifen Sie sich den letzten Tropfen Kaffee aus der Kanne und setzen sich in gewohnt krummer Haltung an Ihren Arbeitsplatz. Sofort fängt das Bein an zu zappeln. Haben Sie sich in diesem Szenario wiedergefunden? Versuchen Sie es mal mit Atmen.

Das Metronom des Lebens

Viel zu oft orientieren wir uns an den äußeren Umständen und richten unsere Tagesenergie danach aus, was uns widerfährt. Doch dem steht eigentlich ein ganz einfacher Trick entgegen: Tief durchatmen.

Das klingt erstmal sehr trivial, ist aber so viel mehr. Denn Stress und Unwohlsein können in vielen Lebenslagen ein selbstgemachtes Leid sein, welches sich durch eine bewusste und korrekte Atmung lindern lässt. Sie haben Kopfschmerzen, Darmbeschwerden, Konzentrationsschwäche oder schlichtweg Stress? Dann kann Ihnen richtiges Atmen helfen.

Denn es gibt tatsächlich ein richtiges und ein falsches Atmen. Nicht zuletzt nutzen wir in den meisten Umständen nur einen minimalen Anteil unseres Lungenvolumens und enthalten so unseren Denk- und Bewegungsprozessen wichtigen Sauerstoff. Zusätzlich orientiert sich unser Gemüt nur allzu leicht an unserer Atmung. Denn diese zeigt an, ob wir uns viel bewegen, übermüdet oder gestresst sind. Sie ist das Metronom unseres Lebens.

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Die richtige Atmung

Vorab gilt: Wer durch die Nase atmet, macht schon viel richtig! Die Nase reagiert mit Härchen und ihrem Schleimhautsystem frühzeitig auf unerwünschte Schadstoffe und reguliert bereits jetzt die Temperatur der Atemluft. So hat die Lunge weniger zu tun und ist geschützt. Des Weiteren nimmt die Mundatmung eine größere Menge Luft auf und neigt so zu einer schnellen und verkürzten Atmung. So suggerieren wir unserem Gehirn und dem Blutfluss eine gestresste Situation.

In den meisten Fällen atmen wir durch die Brust- und Schulterpartien. Damit peilen wir aber nur den oberen Bereich der Lunge an und versorgen uns ungleichmäßig mit Sauerstoff. Sind Sie häufig müde und erschöpft? Die Brustatmung könnte das Problem sein.

Versuchen Sie es doch lieber mit der Zwerchfellatmung. Dabei saugen Sie die Atemluft in den Bauch und ziehen damit das Zwerchfell hinunter. Auf diese Weise nutzen Sie einen Großteil der Lunge, der sonst nur bei großer Anstrengung beansprucht wird.

Ein paar praktische Tipps

  1. Achten Sie auf Ihre Haltung und Ihre Aufmachung. Wer in den Bauch atmen möchte, sollte eine gerade Körperhaltung einnehmen, welche diesen nicht staucht. Dazu wäre es ratsam, den Gürtel etwas lockerer zu schnallen.
  2. Sorgen Sie für frische und unverbrauchte Atemluft. Wer im Büro sitzt, sollte sich Zeit nehmen, regelmäßig zu lüften. Diejenigen mit der entsprechenden Möglichkeit, sollten Ihre Atemübungen gleich nach draußen verlagern.
  3. Atmen Sie nun bewusst ein und aus und zählen Sie die Atemzüge. Das Zählen sorgt dafür, dass Sie sich über das Ausmaß der benötigten Luft bewusstwerden. Schnell wird Ihre Atmung beruhigter und Sie wechseln von flachen Atemzügen zu tieferen.
  4. Nun machen Sie aus Ihrer Atmung einen Rhythmus. Ein. Aus. Pause. Wiederholen Sie diese Triole in gleichmäßigen Abständen.
  5. Um ganz sicher zu gehen, dass Sie tief genug einatmen, ertasten Sie Ihre Atemzüge. Dabei legen Sie Ihre flachen Hände erst auf die Brust, dann auf den Bauch und im Anschluss auf die unteren Rippen an der Seite. Wenn sich all diese Regionen beim Atmen bewegen, dann atmen Sie richtig.
  6. Wer vollkommen gesunden möchte, kommt an Sport nicht so recht vorbei. Bemühen Sie sich Ihre Bauchmuskulatur zu stärken, damit Sie eine gerade Haltung einnehmen können. Darüber hinaus lässt sich Ihre Atmung ebenfalls trainieren. Ausdauersport zwingt Sie in der Regel dazu, Ihre Atmung unter Kontrolle zu haben, während Sie tief einatmen.

Gesundheit beginnt mit einem Atemzug

Versuchen Sie diese Übungen in Ihrem Alltag unterzubringen. Sie werden feststellen, dass dunkle und stressige Passagen Ihres Lebens plötzlich doch ein wenig mehr Licht in sich tragen. Es wird einfacher, den Fokus auf bewusst gefasste Ziele zu legen und neue Ruhe zu finden.

Wir empfehlen Ihren Tag genau so zu beginnen: Bevor all der Stress losgeht, Atmen Sie für fünf Minuten entsprechend der oben beschriebenen Übungen und versuchen Sie innerlich alle Regionen Ihres Körpers zu spüren. Kreisen Sie im Anschluss Ihre Schultern nach vorne und anschließend nach hinten, bis sich das Dreieck zischen Nacken und Ihren Schulterblättern erwärmt. Strecken Sie dann die Arme weit ab nach vorne, nach oben und zuletzt nach unten. Diese Art der Öffnung wird Ihnen einen ganz anderen Start in den Tag ermöglichen.

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