Silizium – essentielles Spurenelement?

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Silizium
Uroš Medved, Adobe Stock
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Ist Silizium für den Menschen lebensnotwendig…

oder ist dies ein Trugschluss? Es gibt Wissenschaftler, die es für erwiesen halten, dass Menschen ohne dieses Element nicht leben könnten. Andere wiederum stellen dies in Frage, denn bisher gibt es angeblich keine Studien darüber. Was ist nun richtig?

Was ist Silizium?

Silizium ist nach Sauerstoff und vor Aluminium das zweithäufigste Element der Erdkruste. Dort kommt es überwiegend in Verbindung mit Sauerstoff als Siliziumdioxid und Kieselsäure vor. Aber auch in Verbindung mit anderen Metallen, wie z.B. Aluminium als Alumosilikat, dem Hauptbestandteil von Zeolith

Es ist Bestandteil von Ton und Lehm sowie vieler Gesteinsarten wie Quarz und Sand. Auch enthalten viele Edel- und Halbedelsteine Silizium. Beispiele sind Amethyst, Opal, Bergkristall Rosenquarz. Im Meer kommt das Halbmetall im Gerüst von Kieselalgen vor, aber auch Schachtelhalm und Bambus erhalten dadurch Stabilität.

In der Technik wird Silizium in Solarzellen verwendet, aber auch in Computerchips (silicon valley). 

Vorkommen und Bedarf

Im menschlichen Körper befindet sich nur ein geringer Anteil an Silizium. Daher wird es Spurenelement genannt. Er beläuft sich auf etwa 1 – 1,5 Gramm. Der größte Anteil befindet sich in den Knochen und dem Bindegewebe. Mit zunehmendem Alter nimmt auch der Siliziumanteil im Körper ab. 

Täglich werden etwa 45 mg über den Urin ausgeschieden. Deshalb schlagen manche Wissenschaftler vor, dies als Bedarf zu definieren. 

Funktionen im Körper

Die Studien, die in diesem Bereich durchgeführt wurden, sind sowohl an Menschen als auch an Tieren als auch mit Zellen im Labor durchgeführt worden. Sie sind im Artikel „Silicon and bone health“ von Ravin Jugdaosingh nachzulesen. 

Bei Tieren wurde festgestellt, dass sie Mangelsymptome – wie z. B. ein veränderter Bindegewebe- und Knochenstoffwechsel – entwickelten, wenn Silizium in der Nahrung fehlte,. Beim Menschen sind unter Siliziumgabe positive Effekte wie Stärkung von Knochen und Haaren und Glättung der Haut beschrieben. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn das Halbmetall bildet eine dreidimensionale Struktur, die besonders für das Bindegewebe eine Bedeutung haben könnte. 

In Versuchen mit Zellen und Gewebe zeigte sich, dass Silizium zur Vermehrung von Knochenzellen führt. 

Eine Essenzialität, also Lebensnotwendigkeit, wurde für den Menschen allerdings bisher nicht beschrieben. Ebenso sind bisher Mangelerscheinung nicht belegt. 

Studien

Prof. em. Prof. Dr. med. habil. Karl Hecht argumentiert für die Essenzialität des Siliziums. Die Grundlage dazu bilden Tierversuche mit Hühnern, die in den 1970 von Prof. Dr. Edith Muriel Carlisle durchgeführt wurden. Sie fand heraus, dass Küken, die mit siliziumarmer Kost gefüttert wurden, eine deutlich schwächere Knochenstruktur ausbildeten als Küken mit siliziumreicher Kost. Dies zeigte sich auch in Untersuchungen unter dem Mikroskop. 

Lothar Ursinus behauptet, bei Osteoporose sollte man mit Silizium anstatt mit Calcium behandeln. Gründe lägen darin, dass Calcium ein abbauendes Element sei und folglich dadurch kein Knochengewebe aufgebaut werden könnte. 

Weitere Beobachtung an Hühnern führten Hecht zu dem französischen Arzt Corentin Louis Kervran. Dieser beschreibt aus seiner eigenen Kindheit, dass er sich fragte, wie Hühner täglich neue Kalkschalen um ihre Eier bilden konnten, ohne dass sie Calcium zu sich nahmen. Sie pickten lediglich Glimmer, wenn sie im Boden scharrten. Bei Untersuchungen des Vormagens fand er aber diese Glimmerteilchen nicht mehr, nur Sand. 

Ähnliche Gedanken hatte der Chemiker Vauquelin: Er fütterte Hühner nur mit Hafer und sie schieden fünfmal so viel Kalk aus, als sie aufgenommen hatten.

Die Schlussfolgerung der beiden Wissenschaftler war, dass sich das Silizium aus dem Glimmer bzw. Hafer, in Calcium transmutiert (verwandelt) haben musste.

Siliziumreiche Lebensmittel

Silizium kommt in einigen Lebensmitteln vor. Es ist in allen ungeschälten Getreidesorten, insbesondere Hafer, und auch Braunhirse enthalten. Die Heilpflanze Schachtelhalm (Zinnkraut) hat ebenfalls einen hohen Siliziumgehalt. 

Zusammenfassung

Alles in allem kann man also sagen, dass die Ergebnisse der angegebenen Studien nicht zu ignorieren sind. Daher muss man die Möglichkeit zumindest in Betracht ziehen, dass Silizium für den Körper wichtig ist. 

Es ist jedenfalls nachweislich nicht schädlich. 

Quellen:

http://www.chemie.de/lexikon/Silicium.html

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2658806/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14969400/

Hecht, Karl (2015): Zeolith – Lebenskraft durch das Urgestein; Baunach

Elmadfa, Ibrahim und Leitzmann, Claus (2015): Ernährung des Menschen; Stuttgart (Hohenheim)

Biesalski, Hans Konrad et al. (2017): Taschenatlas Ernährung; Stuttgart