Hinweis: Dieser Artikel stammt vom 8. Mai 2021 und gibt den damaligen Wissensstand zum Coronavirus wieder. Aktuelle Informationen findest du beim Robert Koch-Institut.
Nach Monaten, in denen vor allem über Lungenentzündung und eventuell nötige Beatmung als Hauptfolgen einer Infektion mit SARS-CoV-2 berichtet wurde, irritiert es zunächst, dass diese Erkrankung gar keine Atemwegserkrankung sein soll. Die Erklärung ist aber durchaus nachvollziehbar.
Was wir schon vorher wussten
Die mRNA-Impfstoffe bringen unsere gesunden Zellen dazu, nicht das ganze Coronavirus herzustellen, sondern nur einen Teil davon: das Spike-Protein. Es ist typisch für SARS-CoV-2, und über dieses Spike-Protein erkennt unser Immunsystem das Virus wieder, um es zu bekämpfen.
Bekannt war auch, dass das Coronavirus mithilfe dieser Spike-Proteine an menschliche Zellen andockt. Diese Zellen benötigen als passendes Gegenstück einen ACE2-Rezeptor. ACE2-Rezeptoren befinden sich nicht auf allen Zellen, sondern nur auf bestimmten Zellarten, z. B. in den Atemwegen, im Verdauungstrakt, in Nieren und Harnwegen, in den Fortpflanzungsorganen und in einigen Hirnarealen. Das erklärt, warum die Symptome von COVID-19 so verschieden sind.
Neue Erkenntnis: COVID-19 als Gefäßerkrankung
Uri Manor, einer der Autoren der Studie, stellt klar, dass es sich bei COVID-19 um eine Gefäßerkrankung handelt und nicht um eine Atemwegserkrankung. So wird nachvollziehbar, warum es so viele Schlaganfälle und andere Gefäßschäden gibt: „Die Gemeinsamkeit zwischen ihnen ist, dass sie alle vaskuläre Grundlagen haben.“
Die eigentlich besorgniserregende Nachricht
Die Forschenden gingen in ihrer Studie in zwei Schritten vor:
Zuerst testeten sie, was passiert, wenn sie Spike-Proteine auf leeren, nicht vermehrungsfähigen Virushüllen befestigten und diese Hamstern verabreichten. Man könnte vermuten, dass rein gar nichts passiert, denn es handelte sich ja, wie auch in den Impfstoffen, nicht um vermehrungsfähige Viren, sondern im Grunde nur um das Spike-Protein. Es zeigte sich aber, dass schon das ausreichte, um Lunge und Arterien der Versuchstiere zu schädigen. Das Spike-Protein allein genügt also, um Schäden und Entzündungen hervorzurufen.
Dem wollten die Forschenden weiter auf den Grund gehen.
Sie untersuchten im Labor genauer, was in den Zellen passiert. Dabei entdeckten sie, dass die Spike-Proteine an den entsprechenden Rezeptor der Zellen andockten. Schon das schädigte die Zellen, denn es blockierte die Kommunikation innerhalb der Zellen. Dadurch wurden ihre Kraftwerke, die Mitochondrien, beschädigt, und die Zellen starben in der Folge ab.
Was bedeutet diese neue Erkenntnis für uns?
Könnte diese Erkenntnis die Thrombosen erklären, die bei einigen Menschen nach der Impfung aufgetreten sind? In der mRNA-Impfung befindet sich der Bauplan für das Spike-Protein von SARS-CoV-2. Ist die mRNA in unsere Zellen eingeschleust, sollen diese das Spike-Protein selbst herstellen. Greifen dann möglicherweise diese vom Körper selbst produzierten Spike-Proteine unsere gesunden Zellen an, die einen ACE2-Rezeptor tragen? Diese Frage bleibt bisher leider offen.
Quellen: