Darm & Verdauung

Emulgatoren sind allgegenwärtig und schädigen die Darmflora

Annette Karmann ·

aktualisiert am 6. November 2026

Emulgatoren in Speiseeis und Fertigsoßen

In Zutatenlisten liest man sie immer häufiger: Emulgatoren. Sie stecken z. B. in Backwaren, in Desserts wie Pudding oder Speiseeis, in Schokolade und in Soßen und sollen ihnen eine cremige, ansprechende Konsistenz geben. Sogar manche Milchsorten enthalten Emulgatoren, damit sich das Fett nicht oben absetzt. Auch wenn sie in geringer Konzentration als unbedenklich gelten, sind sie bei dauerhaftem Verzehr ein Gesundheitsrisiko.

Was sind Emulgatoren und wozu nutzt man sie?

Emulgatoren sind für die Lebensmittelindustrie äußerst praktisch. Du kennst das vielleicht: Du machst eine Sauce hollandaise, die aus reichlich Butter, aber eben auch Wasser und Zitronensaft besteht. Um das miteinander zu verbinden, schlägt man die Zutaten nach und nach in der Küchenmaschine auf. Aber du wirst merken: Wenn du dir deine Sauce am nächsten Tag ansiehst, haben sich Butter und Wasser voneinander getrennt. Dasselbe gilt z. B. für selbst gemachte Mayonnaise oder Speiseeis.

Damit das bei abgepackten und lange haltbaren Produkten aus dem Supermarkt nicht passiert, musste sich die Lebensmittelindustrie etwas einfallen lassen und setzt Mayonnaise und Co. sogenannte Emulgatoren zu. Sie sorgen dafür, dass sich Wasser und Fett nicht trennen.

Es gibt natürliche und künstlich hergestellte Emulgatoren. Zu den natürlichen zählen z. B. Lecithine, die häufig aus Soja gewonnen werden. Daneben gibt es eine Reihe künstlich hergestellter, wie Polysorbat 80 oder Carboxymethylcellulose (CMC). Sie können auch als E-Nummern angegeben sein. Eine Liste von Emulgatoren findest du z. B. bei Wikipedia.

Schaden Emulgatoren dem Darm?

Die eindeutige Antwort lautet: Ja. Auch wenn viele dieser Substanzen in geringer Konzentration (oft gibt es nicht einmal einen Grenzwert) als unbedenklich gelten, bezieht sich diese Unbedenklichkeit nur auf Vergiftung oder Krebsentstehung. Die vielen anderen Beeinträchtigungen, die die Aufnahme solcher Stoffe nach sich ziehen kann, werden dabei nicht berücksichtigt.

Bereits 2015 wurde dazu eine Studie an Mäusen durchgeführt und im Fachmagazin Nature veröffentlicht. Es gab zwei Gruppen von Mäusen: Die eine war gesund, die andere hatte ebenfalls keine Erkrankungen, war aber abwehrgeschwächt und neigte daher zu entzündlichen Darmerkrankungen.

In beiden Gruppen bekam jeweils die eine Hälfte Wasser mit 1 % Emulgatoren zu trinken, die andere reines Wasser.

Ergebnisse der Studie: Die abwehrgeschwächten Mäuse, die Emulgatoren bekamen, erkrankten zu 80 % an einer entzündlichen Darmerkrankung (z. B. Colitis). Die abwehrgeschwächten Mäuse ohne Emulgatoren erkrankten nur zu 40 %.

Die gesunden Mäuse, die die künstlichen Stoffe bekamen, entwickelten keine Colitis, aber eine unterschwellige Entzündung im Darm und verschiedene Anzeichen des metabolischen Syndroms wie Anzeichen einer Insulinresistenz, Gewichtszunahme oder einen höheren Anteil an Körperfett.

Was man aus der Studie zu Emulgatoren schließen kann

Emulgatoren scheinen schädliche Darmbakterien zu begünstigen und gesunde zurückzudrängen. Die schützende Schleimschicht im Darm war bei den Mäusen um die Hälfte reduziert.

Aus Tierstudien kann man immer nur bedingt auf den Menschen schließen. Da die Ergebnisse aber überdeutlich sind, kann man vermuten, dass Emulgatoren auch das menschliche Mikrobiom negativ beeinflussen. Dauerhafte Entzündungen im Darm gelten übrigens auch als Risikofaktor für Darmkrebs. Besonders heikel wird es bei Menschen mit Abwehrschwächen oder genetischer Veranlagung. Ihre Wahrscheinlichkeit zu erkranken, ist mit dem Verzehr von Emulgatoren doppelt so hoch wie bei einer Ernährung ohne sie. Wie du deinen Darm stärkst, liest du im Artikel Wie du die Abwehrkräfte im Darm stärkst.

Quellen:

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