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“Du bist mir so lieb wie das Salz.”

So heißt es im Märchen “Prinzessin Mäusehaut” der Brüder Grimm. Darin vergleicht die jüngste Königstochter die Liebe zu ihrem Vater mit ihrer Liebe zum Salz und wird zunächst von ihm verstoßen. Dies mag nicht nur ihren Vater zunächst irritieren. Wenn man jedoch einmal Speisen gekostet hat, in denen das Salz vergessen wurde, kann man ihren Vergleich doch zu gut nachvollziehen.

Salz und Gesundheit

Salz ist für den Menschen lebenswichtig. Wenn man bedenkt, dass wir einen eigenen Geschmackssinn für Salz haben, wird seine Bedeutung für den Menschen klar.

Der menschliche Körper enthält zwischen 150 und 300 Gramm Salz, auch Natriumchlorid genannt. Es bindet Wasser und ist für einige Vorgänge im Körper zuständig. Über Schweiß und andere Ausscheidungen verliert man täglich ein bis drei Gramm dieses Minerals. Sportler und Menschen, die mehr schwitzen, müssen entsprechend mehr von diesem Mineral aufnehmen. Isotonische Getränke sollten daher auch immer einen gewissen Anteil Salz enthalten. Bei einem Salz-Mangel verliert man sein Durstgefühl, man wird leistungsschwach, matt und kann sich kaum konzentrieren. Wenn man dann Salz zu sich nimmt, reagiert das Gehirn mit Dopamin, einem Glückshormon. Dieser Vorgang ähnelt dem Hochgefühl bei Drogenkonsum.

Lange Zeit lauteten die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, dass ein Erwachsener maximal 6 Gramm Salz pro Tag zu sich nehmen sollte. Dies könnte eine aktuelle Studie nun kippen.

Studie zum Salzkonsum vom August 2018

Eine kanadische Studie untersuchte nun, inwiefern Salzkonsum mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck und Sterblichkeit zusammenhängen. Bisher nahm man an, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, unter einer dieser Erkrankungen zu leiden, je höher der Salzkonsum liegt. Dies wurde nun dieser Studie widerlegt. Dazu nahmen fast 100.000 Menschen aus 18 Ländern teil. Es konnte nachgewiesen werden, dass der Mineralstoff zwar den Blutdruck leicht erhöhe, aber das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden oder insgesamt eher zu sterben, lag niedriger bei Menschen, die mehr Salz zu sich nehmen. Umgekehrt wurde auch erwiesen: Je geringer der Salzkonsum, desto geringer die Lebenserwartung.

Wie also bei allem kommt es auf die Dosis an. Unter 5 Gramm senkt sich die Lebenserwartung insgesamt, über 12 Gramm steigen die Risiken eines Schlaganfalls. Nur Menschen mit ohnehin schon höherem Blutdruck sollten nicht mehr als 6 Gramm zu sich nehmen, bei allen anderen sind laut Studie auch bis zu 12 Gramm unbedenklich.

Der Gegenspieler von dieses Minerals ist übrigens Kalium, es wirkt ausleitend und harntreibend. Gemüse, Nüsse und Obst enthalten Kalium und sind – wie wir hier berichtet haben – auch in anderen Zusammenhängen gesund und wirkungsvoll für den Körper.

Quellenangabe:

www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(18)31376-X/fulltext