Zimt – nicht nur zu Weihnachten!

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Zimt
mizina, Adobe Stock
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Hauptsächlich in der Weihnachtszeit kommt in Deutschland Zimt in verschiedenen Leckereien auf den Tisch: Zimtsterne, Bratapfel, Zimtschnecken, Glühwein, Apfelrotkohl. In asiatischen und nordafrikanischen Ländern gibt es das Gewürz aber auch oft zu Fleischgerichten und in Currys. In Schweden isst man ihn das ganze Jahr über in den traditionellen Zimtschnecken „Kanelbulle“. Weshalb man das intensive Gewürz das ganze Jahr essen sollte, berichten wir im folgenden Artikel!

Was ist Zimt und welche gesunden Stoffe enthält er?

Zimt ist die Innenrinde des Zimtbaumes. Dieser kommt ursprünglich aus Sri Lanka, früher Ceylon genannt. Inzwischen wird der Zimtbaum aber auch auf Plantagen in China angebaut. Das Gewürz aus Sri Lanka heißt daher Ceylon-Zimt, das aus China Cassia-Zimt. Ihre Inhaltsstoffe unterscheiden sich teilweise. Der Ceylon-Zimt gilt dabei als der gesündere, ist aber auch etwas preisintensiver. 

Inhaltsstoffe Ceylon-Zimt:

  • ätherische Öle, wie Zimtaldehyd, Eugenol (Nelkenöl) und Cumarin
  • Terpene (bestimmen Duft von Pflanzen, wirken antibakteriell und hemmen Pilze und Viren)
  • Gerbstoffe
  • Mineralstoffe (Calcium, Magnesium, Eisen)

Der Hauptunterschied zwischen Cassia- und Ceylon-Zimt liegt im Anteil an Cumarin. Dieses Öl steht im Verdacht, in größeren Mengen die Leber zu schädigen. Cassia-Zimt enthält mehr davon und sollte man daher nur in begrenzter Menge verzehren. Weil man bei verarbeiteten Lebensmitteln aber nie sicher weiß, welche Sorte verarbeitet wurde, ist selbst kochen oder backen vermutlich die sicherste Alternative!

Welche positiven Eigenschaften hat Zimt?

Eine zusammenfassende Studie aus China, die vor wenigen Tagen im Magazin „Food and Function“ veröffentlicht wurde, stellt fest, „dass Zimt neuroprotektive, lipidsenkende, antioxidative, entzündungshemmende und hypoglykämische Wirkungen hat, von denen einige eng mit der Entwicklung von Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen zusammenhängen.“ Darüber hinaus wurde festgestellt, dass er den Nüchternblutzucker und die homöostatische Modellbewertung für die Insulinresistenz senkt und damit Diabetikern Vorteile bringt. 

Einfacher formuliert: Zimt…

  • schützt die Nerven
  • senkt Blutfette (u. a. LDL-Cholesterin)
  • wirkt gegen oxidativen Stress und fängt Freie Radikale
  • ist entzündungshemmend
  • senkt den Blutzuckerspiegel und ist daher für Diabetiker hochinteressant

Darmgesundheit: Eine weitere Studie wurde 2019 im Magazin „International Immunopharmacology“ veröffentlicht.  Sie bestätigt, dass Zimtaldehyd (Zimtöl) die Symptome einer Colitis ulcerosa (chronisch entzündliche Darmerkrankung – CED) verbessert, indem es die Entzündungswerte senkt. 

Immunsystem: Eine Rezension im Magazin „Microbial Pathogenesis“ bestätigt Zimtaldehyd und Zimtsäure eine antimikrobielle Wirkung. Sie greifen die Hülle von Bakterien an und zerstören diese. Dies könne insbesondere dort interessant sein, wo Antibiotika aufgrund von Resistenzen zunehmend versagen. Warum also nicht generell Zimt einsetzen statt Antibiotika?

Mundgesundheit: Diese antibakterielle Wirkung kann natürlich auch im Mund von Vorteil sein. Denn auch gegen die Mikroben, die Karies, Parodontose (Parodontitis) und Mundsoor (Candida) hervorrufen, wirken Zimtöl und Zimtextrakt, so behauptet jedenfalls eine Zusammenfassung in „Molecules“ (2020).

Unsere Empfehlung:

In Kombination mit Kurkuma ist Zimt nicht nur geschmacklich unschlagbar. Wenn Sie ohne großen Aufwand Ihre tägliche Dosis Antioxidantien aufnehmen und dabei auch noch etwas Gemütlichkeit genießen möchten, empfehlen wir eine “Golden Milk” oder mit anderem Namen “Curcuma Latte”. Dieser muss aber gar keine Kuhmilch enthalten, sondern schmeckt auch köstlich mit Mandel- oder Kokosmilch. Ein Rezept finden Sie hier.

Quellen:

https://www.chemie.de/lexikon/Zimt.html

https://www.pflanzenforschung.de/de/pflanzenwissen/lexikon-a-z/terpene-1541

https://pubs.rsc.org/en/content/articlepdf/2021/fo/d1fo01935j

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1567576918304351?via%3Dihub

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0882401018305667?via%3Dihub

https://www.mdpi.com/1420-3049/25/18/4184/htm